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Streit um Beseitigung von Gefahrenherden

St. Jobst: Wird Haltestelle oder Kreuzung am Ostbahnhof entschärft? - 19.07.2012 07:59 Uhr

NÜRNBERG  - Der geplante Umbau der Straßenbahnhaltestelle vor der Tafelhalle sorgt für Zündstoff: Bürgerverein und CSU halten das Entschärfen der nicht weit entfernten Kreuzung an der Äußeren Sulzbacher Straße in Höhe Ostbahnhof für wesentlich wichtiger. Letztlich eine Geldfrage — gefordert sind die Stadträte am Donnerstag, 19.Juli, 9 Uhr, im Verkehrsausschuss.

Brisante Stelle: Für die Kreuzung in Höhe Bismarckstraße/Am Ostbahnhof mit dem vor zwei Jahren eröffneten CNO-Komplex wird eine Ampelanlage gefordert.
Brisante Stelle: Für die Kreuzung in Höhe Bismarckstraße/Am Ostbahnhof mit dem vor zwei Jahren eröffneten CNO-Komplex wird eine Ampelanlage gefordert.
Foto: Uwe Niklas
Brisante Stelle: Für die Kreuzung in Höhe Bismarckstraße/Am Ostbahnhof mit dem vor zwei Jahren eröffneten CNO-Komplex wird eine Ampelanlage gefordert.
Brisante Stelle: Für die Kreuzung in Höhe Bismarckstraße/Am Ostbahnhof mit dem vor zwei Jahren eröffneten CNO-Komplex wird eine Ampelanlage gefordert.
Foto: Uwe Niklas

Eigentlich wirkt Punkt 7 auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses alles andere als strittig. Die Bauverwaltung greift hier die bereits im Dezember 2009 beschlossene Planung für die Straßenbahnhaltestelle vor der Tafelhalle und dem Museum Industriekultur auf. Seit 25 Jahren sorgt hier eine „dynamische“ Signalanlage dafür, dass der Autoverkehr halten muss und Fahrgäste die Straße betreten können, wenn die Straßenbahn kommt.


Doch die Anlage ist altersschwach und laut Frank Jülich, Leiter des Verkehrsplanungsamtes, „schon mehrfach ausgefallen“. Es sei zwar nichts passiert, doch Jülich sieht akuten Handlungsbedarf. Weil ein Austausch der Technik allein 50000 Euro kosten würde, plädiert die Bauverwaltung dafür, endlich eine behindertengerechte Schutzinsel in der Mitte zu bauen, damit in Zukunft auch „große Besucherströme schnell, komfortabel und sicher abgewickelt werden können“.

„Optimale Lösung“


Auch eine gefährliche Stelle in der Äußeren Sulzbacher Straße: Vor der Tafelhalle und dem Museum Industriekultur soll die Straßenbahnhaltestelle umgebaut werden.
Auch eine gefährliche Stelle in der Äußeren Sulzbacher Straße: Vor der Tafelhalle und dem Museum Industriekultur soll die Straßenbahnhaltestelle umgebaut werden.
Foto: Uwe Niklas
Auch eine gefährliche Stelle in der Äußeren Sulzbacher Straße: Vor der Tafelhalle und dem Museum Industriekultur soll die Straßenbahnhaltestelle umgebaut werden.
Auch eine gefährliche Stelle in der Äußeren Sulzbacher Straße: Vor der Tafelhalle und dem Museum Industriekultur soll die Straßenbahnhaltestelle umgebaut werden.
Foto: Uwe Niklas

Druck gibt es jedenfalls von der VAG, die diese Haltestelle laut Sprecherin Elisabeth Seitzinger für „kritisch“ hält. Die Hälfte der veranschlagten Kosten von 437500 Euro würden die Verkehrsbetriebe übernehmen. Die VAG hofft, dass der Umbau, der eine „optimale Lösung“ sei, 2013 erfolgen kann.

Verwundert über den Vorstoß der Stadtverwaltung bei der Straßenbahn-Haltestelle sind Annette Gröschner, Vorsitzende des Bürgervereins Jobst-Erlenstegen, und CSU-Stadtrat Marcus König. Beide halten das Projekt zwar durchaus für notwendig, eine weitaus höhere Priorität sehen sie aber ein Stück weiter stadtauswärts an der Kreuzung der Äußeren Sulzbacher Straße in Höhe Bismarckstraße und Ostbahnhof.


Seitdem dort im Sommer 2010 der neue Campus Nürnberg Ost (CNO) eröffnet wurde, sorgen die Läden und das vergrößerte Ärzte-Zentrum für wesentlich mehr Verkehr in diesem Bereich, über den auch viele Schüler auf dem Weg zum Montessori-Zentrum vorbeikommen. Wegen des breit aufgefächerten Straßenbereichs gehe es „ungeordnet und gefährlich“ zu, betont Gröschner. Häufig beobachtet sie vor allem Patienten von Orthopäden, die hilflos am Straßenrand stehen und wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht über die Straße kommen.

Auch wenn es hier bisher – wie die Polizei bestätigt – keine gravierenden Unfälle gab, hält Gröschner den Umbau der Kreuzung mit Installation einer Ampelanlage für dringend. In der Sitzung des Verkehrsausschusses will sie das Thema ansprechen und die Umsetzung der seit 2011 bestehenden Planung fordern. 624000 Euro hatte das Baureferat veranschlagt, mangels Finanzmittel das Projekt aber auf die Warteliste geschoben.

„Was wir brauchen, wird ignoriert“, kritisiert König mit Blick auf die aus seiner Sicht „falsche Einschätzung“ seitens der Verwaltung. Verkehrsplaner Jülich betont derweil: „Beides ist aus Sicherheitsgründen unbestritten extrem dringend.“ Bei der Tafelhalle sei die Not derzeit aber größer.

Für die Beseitigung beider Gefahrenherde wurde bisher im städtischen Haushalt kein Geld eingeplant. Gefordert sind deshalb zuerst die Stadträte, daran etwas zu ändern.


  



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