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In Zeiten, in denen weggeworfenes Essen immer wieder für Schlagzeilen sorgt, ist Ursula Braun ein wunderbares Beispiel dafür, dass es auch anders geht. „Ich finde es schlimm, wenn Lebensmittel weggeschmissen werden, man kann aus allem noch etwas machen“, sagt die Gartenstädterin voller Überzeugung.
Ihr Ideenreichtum ist da schier unerschöpflich: Aus altem Brot werden Semmelknödel, aus grünen, unreifen Tomaten wird ein raffiniertes Chutney und wenn die Gurkenernte so reichlich ausfällt, dass man nicht alle auf einmal essen kann, dann legt die 66-Jährige sie kurzerhand in Essig ein.
„Da weiß ich dann wirklich, was drin ist, das ist alles echt bio“, sagt Braun und man merkt ihr an, dass sie dem, was im Supermarkt so alles als ökologisches Lebensmittel verkauft wird, nicht so ganz über den Weg traut. Warum auch etwas kaufen, wenn man es ganz einfach und kostengünstig selber machen kann und das zudem noch Spaß macht? Das Argument, das sei zeitaufwendig und kompliziert, wischt Braun beiseite. „Alles halb so wild.“
Beispiel selbst gekochte Marmelade: Mit frischen Früchten und ein bisschen Gelierzucker zaubert die erfahrene Hausfrau auf die Schnelle die leckersten Brotaufstriche. Auf komplizierte Zutatenlisten und extravagante Gewürze legt Braun keinen Wert. „Ich bin eher für das Pure“, sagt sie. Mehr als zwei Obstsorten kommen bei ihr nicht ins Schraubglas.
Wie etwa Sauerkirschen und Himbeeren, die prima miteinander harmonieren. Aus Johannisbeeren und Weintrauben wird reines, süßes Gelee. Für ihre goldgelb schimmernde Marmelade aus Reineclauden (auch Ringlo genannt) hat Ursula Braun sogar schon Kaufangebote bekommen. „Ich verschenke lieber etwas, jeder freut sich doch über etwas selbst Gemachtes“, meint sie.
Jetzt gerade werden die Quitten reif, wie ein Blick aus dem Braun’schen Küchenfenster verrät. Daraus will sie in diesem Jahr Mus und Gelee machen, einfach, aber raffiniert mit Zimt und Ingwer (siehe Rezept). Seit Jahren schon nimmt sie regelmäßig beim Marmeladenwettbewerb des Gartenstädter Kulturfördervereins teil. Ihr Mann Josef, Vorsitzender des Vereins, hat die Veranstaltung ins Leben gerufen.
„Es nehmen auch wieder mehr und mehr Jüngere teil, Marmeladekochen liegt im Trend“, stellt Ursula Braun zufrieden fest. Sie selbst hat ihr Küchenwissen von der Mama vererbt bekommen, auch das Bewusstsein, dass man sorgsam mit Lebensmitteln umgehen soll. „Meine Eltern mussten aufs Geld schauen und ich habe als Kind einfaches Essen kennengelernt. Stopfer mit Dörrobst zum Beispiel, das war lecker“, erzählt die Gartenstädterin.
Kochbücher braucht die 66-Jährige kaum, nur ein kleines Bändchen mit Basiswissen zum Einkochen steht im Schrank. Ihre Devise: „Ich probier einfach viel aus.“ Als Nächstes möchte sie sich an einer Paprikamarmelade versuchen. Klingt lecker!
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Fr. 17.05.13
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