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Von der Disco zum Seniorennetzwerk

Die Buchenbühler Kirche besteht seit 50 Jahren - 05.02. 08:58 Uhr

BUCHENBÜHL  - Gründung, Sanierung, 50-jähriges Jubiläum: Die Eckdaten der evangelischen Himmelfahrtskirche in Buchenbühl sind historisch festgehalten. Wie sich allerdings das Gemeindeleben über die Jahre verändert hat, wissen die Pfarrer von damals und heute am besten.

Seit 50 Jahren steht die Himmelfahrtskirche in Buchenbühl. Neben dem Gotteshaus mit dem schrägen Dach und den ziegelroten Mauern (re.) thront der Glockenturm (unten). Zu den Aktivposten der Gemeinde zählt der Posaunenchor (oben li.).
Seit 50 Jahren steht die Himmelfahrtskirche in Buchenbühl. Neben dem Gotteshaus mit dem schrägen Dach und den ziegelroten Mauern (re.) thront der Glockenturm (unten). Zu den Aktivposten der Gemeinde zählt der Posaunenchor (oben li.).
Foto: Edgar Pfrogner
Seit 50 Jahren steht die Himmelfahrtskirche in Buchenbühl. Neben dem Gotteshaus mit dem schrägen Dach und den ziegelroten Mauern (re.) thront der Glockenturm (unten). Zu den Aktivposten der Gemeinde zählt der Posaunenchor (oben li.).
Seit 50 Jahren steht die Himmelfahrtskirche in Buchenbühl. Neben dem Gotteshaus mit dem schrägen Dach und den ziegelroten Mauern (re.) thront der Glockenturm (unten). Zu den Aktivposten der Gemeinde zählt der Posaunenchor (oben li.).
Foto: Edgar Pfrogner

Pfarrer Gerhard Wild schätzt die Doppeldach-Konstruktion seiner Kirche: „Da fällt manchmal das Licht genau auf den Altar. Das hat etwas Pfarrer-Braun-mäßiges — so nach dem Motto: Herr, gib mir ein Zeichen.“ Wild muss zwar keine spannenden Kriminalfälle wie Ottfried Fischer in der bekannten Fernsehserie lösen, aber als Pfarrer, der gleichzeitig Buchenbühl und Ziegelstein unter seinen geistlichen Fittichen hat, ist sein Leben auch so schon stressig genug.


Es würde sofort auffallen, wenn Wild die Predigt aus der Vorwoche andernorts einfach noch mal aufsagen würde. „Manche Ziegelsteiner kommen nach Buchenbühl und umgekehrt, je nach dem, wo ich den Gottesdienst halte.“


Daran war zu Pfarrer Michael Schadebergs Zeiten, anno 1969, noch nicht zu denken. „Die Stadtteile waren komplett für sich, Überschneidungen gab es nicht“, erinnert sich Schadeberg zurück.

Siedler ab 1919

Was es bis 1961 ebenfalls nicht gab, war eine evangelische Kirche. 1919 kamen die ersten Siedler nach Buchenbühl, die Himmelfahrtskirche gehörte erst zur letzten Bauphase des Ortes. Dann nahm das Gemeindeleben mächtig an Fahrt auf, unter Schadebergs Regie gab es sogar eine Diskothek für die Jugend. Sie hieß Black Joker, „gespielt wurde alles, von Soft bis Rock’n Roll“, weiß Schadeberg.



Es gab Einlasskontrollen, gefeiert wurde bis tief in die Nacht hinein. Der kirchliche Hintergrund blieb trotzdem erhalten: „Die Musik wurde immer langsamer und leiser, dann haben sich alle hingesetzt und wir haben zusammen Abendmahl gefeiert. Danach wurde wieder aufgedreht.“

Wann der Black Joker seine Pforten schloss, weiß Wild nicht. Zu seinem Amtsantritt vor fünf Jahren gab es die Disco jedenfalls nicht mehr. „Es geht aber immer noch ab“, schränkt Wild ein. Nur eben nicht mehr mit lauten Bässen, sondern mit Kickerspielen bei Jugendtreffs. Allerdings gehören die meisten Bürger in Buchenbühl nun zu den älteren Semestern — dementsprechend veränderten sich die Ziele der Gemeindearbeit.

Gemeinsamer Chor

Die Jugendlichen liegen Wild weiterhin am Herzen, der Fokus liegt aber auf der Vernetzung von Senioren. Der Anfang wurde gemacht, beispielsweise gibt es einen gemeinsamen Kirchenchor von Buchenbühl und Ziegelstein. Im November wurde sogar ein Geschenkemarkt im Gemeindehaus der Himmelfahrtskirche veranstaltet, in dessen Rahmen selbst gefertigte Stücke von Buchenbühls Senioren, wie Teddybären und Handschuhe, verkauft wurden – ohne dass Wild etwas hätte anleiern müssen. Trotzdem ist das „Seniorennetzwerk“, wie Wild es nennt, noch nicht dort, wo der Pfarrer es gerne hätte: „Die Nachbarschaftshilfe ist lobenswert, die Vernetzung muss aber noch besser werden.“

Aktuell zählt Buchenbühl laut Wild 1040 Gemeindemitglieder. Massenaustritte habe es nicht gegeben, die Kirche soll trotzdem wieder voller werden. Dafür geht Wild dort hin, wo die Bürger sind, wie etwa auf die Weihnachtsfeier des Kleintierzuchtvereins. „Ich folge gerne der Einladung, würde mich aber freuen, diese Leute auch öfters im Gottesdienst zu sehen“, sagt Wild. Über ein Zeichen Gottes, wie er die Kleintierzüchter und andere wieder in die Kirche bekommt, wäre Wild sicherlich dankbar.
  



MARCEL STAUDT

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