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Warten auf neuen Supermarkt

Neueröffnung steht in den Sternen — Pläne nicht wasserdicht? - 03.02.2013 08:59 Uhr

HERPERSDORF  - Von wegen Rewe-Neueröffnung 2013: Der Bürgerverein Worzeldorf muss die Hoffnungen begraben. Mehrere Stellen verzögern das Bauvorhaben — zulasten der Einwohner, die weiterhin einen Vollsortimenter vermissen.

Betreten verboten: Auf dem Grundstück des früheren Gasthauses Egerer soll ein Verbrauchermarkt entstehen. Bisher tut sich aber nichts.
Betreten verboten: Auf dem Grundstück des früheren Gasthauses Egerer soll ein Verbrauchermarkt entstehen. Bisher tut sich aber nichts.
Foto: Haderlein
Betreten verboten: Auf dem Grundstück des früheren Gasthauses Egerer soll ein Verbrauchermarkt entstehen. Bisher tut sich aber nichts.
Betreten verboten: Auf dem Grundstück des früheren Gasthauses Egerer soll ein Verbrauchermarkt entstehen. Bisher tut sich aber nichts.
Foto: Haderlein

Zugegeben: Wurst, Käse, Obst und Gemüse bekommt man auch so in Herpersdorf und Umgebung, doch nachdem die Rewe schräg gegenüber der katholischen Kirche Corpus Christi Anfang 2012 geschlossen wurde, fehlt ein Vollsortimenter „So muss man zum Beispiel wegen einem Päckchen Vanillzucker für ein paar Cent bis nach Katzwang fahren“, beschreibt Thomas Scheftlmayr, Inhaber der örtlichen Tankstelle, sarkastisch die Situation.

Immer wieder wäre die Rewe auch Thema in seiner Tankstelle: „Niemand weiß etwas Genaues. Es kursieren nur Gerüchte“, so der Tankstelleninhaber. Im vergangenen Jahr hatte man noch die Hoffnung, dass bereits im Frühjahr 2013 neben Scheftlmayrs Tankstelle ein Rewe-Neubau ähnlich dem in Katzwang eröffnen wird. Der jetzige Rewe-Getränkemarkt sowie die Gaststätte Egerer sollen dafür weichen.


Doch der Entwurf des Nürnberger Architekturbüro BSS, der im vergangenen Jahr als Sieger eines Wettbewerbs hervorging, wird vorerst noch in der Schublade bleiben: „Die Fertigstellung 2013 war die optimistische Variante. Das wird nichts“, seufzt Joseph Seiter, Vorsitzender des Bürgervereins Worzeldorf. Man benötige Zeit, schlimmstenfalls bis zu zwei Jahre, so Seiter.

Alte Bäume im Weg

Schuld an der Misere, die vor allem zulasten der alten Menschen in den umliegenden beiden Seniorenzentren geht, sind dem Vereinsvorsitzenden Joseph Seiter zufolge Umweltamt und Nachbarn: Das Grundstück, auf dem immer noch die ehemalige Gaststätte Egerer steht, grenzt an ein Landschaftsschutzgebiet, das erhalten bleiben soll. Auch einige alte Bäume im früheren Biergarten bereiten wegen der Baumschutzverordnung Probleme.

„Wenn man es genau nimmt, ist das Vorhaben zehn Prozent zu groß für das mögliche Baufenster“, offenbart Joseph Seiter. Bestätigen kann oder will das außer ihm aber niemand. 935 Quadratmeter Ladenfläche, 500 Quadratmeter Getränkemarkt und 80Parkplätze sollen laut Plan auf dem Grundstück entstehen. Kleiner kalkulieren ginge Seiter zufolge jedoch nicht.

Der Bürgerverein hatte auf ein Entgegenkommen des Umweltamtes gehofft: „Es würde die Sache deutlich einfacher machen, wenn man uns an jeder Ecke fünf bis zehn Meter dazugeben würde. Aber das Amt hängt verbissen an seinen Vorgaben.“

So müsse man nun anderweitig Anpassungen schaffen: „Wir müssen dichter an die Nachbarn heranrutschen.“ Diese grenzen in Richtung Gaulnhofen direkt an die Tankstelle und den Rewe-Getränkemarkt an. „Drei der vier Nachbarn begrüßen unser Vorhaben, ein vierter ist dagegen“, schildert der Bürgervereinsvorsitzende den Sachstand. „Das Gebiet ist ein Mischgebiet. Er kommt damit nicht durch“, meint Achim Paulsen, Vorsitzender des hiesigen Gewerbevereins 9045X.

Der Investor, die STBau aus der Nähe von Ulm, versucht nun zu vermitteln und führt Gespräche mit den Anwohnern. Mehr wolle man zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen, so das Unternehmen. Auch die Rewegruppe rechtfertigt ihre aktuelle Verschwiegenheit so.

Je nachdem, ob und wie schnell man sich mit dem Widersacher einigen kann und auch dessen Zustimmung erhält, kann das weitere Vorhaben schnell vonstatten gehen oder noch einige Zeit dauern. „Dann liegt es am Investor, was er technisch und aus baulicher Sicht noch an Lösungen bringen kann“, schildert Joseph Seiter vom Bürgerverein. Weitere Verzögerungen seien ihm zufolge damit programmiert: „Die Bauordnungsbehörde und das Stadtplanungsamt müssen dann im Sinne des öffentlichen Baurechts dafür sorgen, dass die Pläne für das Projekt absolut wasserdicht sind.“

Diese Nachrichten erfreuen die Unternehmensgruppe Rewe nicht: „Wir würden natürlich lieber heute als morgen loslegen“, heißt es. Doch so suchen sich die Kunden derweil, sofern es ihnen überhaupt möglich ist, missmutig andere Einkaufsmöglichkeiten.   

Alexandra Haderlein

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