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Die Kirchweih war von den Großreuther Kärwaburschen nach Querelen mit dem Schaustellerverband, Sektion Nürnberg, in Eigenregie veranstaltet worden (der Stadtanzeiger berichtete). Einen Korb von Schaustellern, die zuerst zu- und dann absagten, das wollen Heinz Nether & Co. nicht mehr riskieren. „So nicht!“, lautet demnach die Haltung der Kärwa-Freunde, die nach dem vermeintlichen Aus für ihre Kirchweih nicht aufgaben, sondern die Idee eines Bürgerfestes entwickelten und im Juni umsetzten.
Vor allem mit Unterstützung des Festwirts, der gute Drähte in die Oberpfalz hat, wurden kurzerhand neue Schausteller gewonnen. Schiffschaukel, Süßwarenstand, Heringsbrater, Los- und Spickerbude kamen zum Großreuther Festplatz — „und es hat funktioniert“, sagt Heinz Nether, von Beruf Kaminkehrermeister und Chef des Festausschusses.
Seine Bilanz: „Die Kosten waren transparent und die Kärwa war insgesamt etwas billiger.“ Der Verein Kärwaburschen Großreuth habe zwar keinen Gewinn gemacht, es habe aber eine „Null-zu-null-Rechnung“ gegeben, mit der Nether ebenso zufrieden ist wie mit der Besucherzahl und dem Spendenaufkommen, worüber der viertägige Festreigen mitfinanziert wurde.
Als Konsequenz dominiert im Festkomitee die Tendenz, die Veranstaltung „in der Form wieder zu machen“. Ob sie 2012 erneut Bürgerfest oder doch wieder offiziell Kirchweih heißen wird, steht derzeit in den Sternen. „Man muss wissen, was man will“, sagt Nether an die Adresse von Schaustellerverband und Stadt Nürnberg. Beide sollen nun einen neuen Vertrag über die Bestückung der Kirchweihen schließen. Nether & Co. sind gespannt.
Manfred Richter vom Bürgerverein Langwasser glaubt nicht an einen neuen Vertrag: „Die Ehe mit dem Schaustellerverband ist gescheitert, da kann man nicht auf Friede, Freude, Eierkuchen machen.“ Von der Vertragskündigung durch den Verband zeigt sich Richter allerdings schon „überrascht“. Der Vereinschef, der noch mitten in der Organisation der 50. Langwasser-Kirchweih steckt, sorgt sich etwas um die Zukunft. „Wir Ehrenamtlichen können uns jetzt nicht auch noch um all das kümmern, was bisher der Schaustellerverband gemacht hat. Da muss uns das städtische Liegenschaftsamt schon helfen.“ Ein Lösung erhofft sich Richter vom runden Tisch, der wohl im Herbst mit allen Betroffenen stattfinden wird. Dabei müsse einiges ausgeräumt werden: „Gewisse Äußerungen müssen vom Tisch.“
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