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Westbad: Abtauchen im Schatten der Riesenrutsche

Sieger-Entwurf verteilt 2600 Quadratmeter Wasserfläche auf vier Becken - 25.03. 10:00 Uhr

Nürnberg  - Das marode Westbad erhält ein neues Gesicht: Ab Sommer 2011 erfrischen sich Badegäste in neuem Ambiente. Der Entwurf der Münchner Architekten sieht ein Öffnen des Geländes zur Pegnitzaue vor.

Nach diesem Plan geht das Westbad an der Wiesentalstraße in der Sommersaison 2011 an den Start. Grafik: NN
Nach diesem Plan geht das Westbad an der Wiesentalstraße in der Sommersaison 2011 an den Start. Grafik: NN
Foto: Daut

Das Siegerkonzept des Architektenbüros «Schmidt-Schicketanz» trägt eine deutliche Handschrift. Demnach hat die «Arbeitsgemeinschaft für ein grünes Westbad» in weiten Teilen ihre Ziele erreicht: Das 60-Hektar-Gelände bleibt erhalten, die Stadt verkauft keinen Quadratmeter, um - wie ursprünglich angedacht - die Sanierung des (dann kleineren) Bades zu finanzieren.

Laut Bürgermeister Horst Förther sollen zudem alle Bäume stehen bleiben. Auch das ein Punkt, den die Arbeitsgemeinschaft für sich verbucht - hatte doch die Verwaltung in den ersten Überlegungen rund 50 alte Bäume schon aus den Plänen gestrichen. Aus Schallschutzgründen soll der Baumbestand zur Wiesentalstraße sogar verdichtet werden.



Doch bis die ersten Bagger rollen, fließt noch viel Wasser die Pegnitz hinab. «Diese Saison und die nächste läuft der Badebetrieb noch in der alten Anlage», sagt Thomas Friedmann, zweiter Werkleiter von Nürnberg-Bad. Nach der Sommersaison 2010 werden die maroden Gebäude und die Becken abgerissen. Ist der folgende Winter sehr streng, könne das neue Bad möglicherweise erst im darauf folgenden Juli öffnen, so Friedmann.

«Grüne Finger»

Doch wie soll die neue Bäderlandschaft im Stadtteil St. Johannis überhaupt aussehen? Alle vier geplanten Becken (gesamte Wasserfläche: 2600 Quadratmeter) liegen nebeneinander im Süden des Geländes. Dazwischen werden «grüne Finger» angelegt, so Bürgermeister Förther. Das heißt, das Freibadgelände wird durch einige Grünzonen mit der Flussaue verzahnt. Plateaus an der Aue bieten Sitz- und Liegestufen für die Badegäste. Ein Magnet wird neben Plansch-, Sprung-, und Schwimmerbecken das sogenannte Attraktionsbecken, so Thomas Friedmann. Hier wird eine breite Rutsche mit sechs nebeneinander liegenden Bahnen 15 Meter in die Höhe ragen, während sich unten in ihrem Schatten Badegäste an den Nackenduschen und Sprudelliegen von blubberndem Wasser massieren lassen.

Das Schwimmerbecken wird in je vier 50-Meter- und vier 25-Meter-Bahnen aufgeteilt. Die kürzeren Bahnen werden ermöglicht, weil sich eine «Wärmehalle» über einen Teil des Beckens schiebt. Vorgesehen sind zudem drei Sonnendecks mit Blickachse zu den vier Becken, von denen eines mit einem neuen Zehn-Meter-Sprungturm ausgerüstet sein wird. Es wird ein Café mit Biergarten geben, das im Betriebsgebäude am westlichen Ende des Geländes integriert ist.

Eine weitere Vorgabe für den Architektenwettbewerb war die Planung eines Jugendspielhauses. Denn, so Förther, St. Johannis liege mit Blick auf das Spielflächenangebot im Vergleich mit den anderen Stadtteilen «ganz unten». Ein Jugendhaus mit Sporthalle soll daher auf dem Gelände entstehen, das Mitarbeiter der Stadt führen sollen. Doch ist das noch Zukunftsmusik.

Ist die Sanierung der Freibads an der Wiesentalstraße mit veranschlagten Kosten von 9,1 Millionen Euro in trockenen Tüchern, so steht die Finanzierung des Jugendhauses mit geschätzten Kosten von rund einer Million Euro noch auf tönernen Füßen. Bürgermeister Förther: «Das Geld ist noch nicht im mittelfristigen Investitionsplan.» 



Alexander Brock



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