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Klappt der Winterdienst in Nürnberg und wo sind die Schwachstellen? Schreiben Sie uns. Stichwort: Leserforum Winterdienst. Unter den Teilnehmern verlosen wir drei Fotokalender Franken und Oberpfalz. Post: Nürnberger Stadtanzeiger, Marienstraße 9—11, 90327 Nürnberg, Fax: (0911) 2161570 oder E-Mail: nn-anzeiger@pressenetz.de
Die ersten Leserstimmen haben die Redaktion bereits erreicht:
Wir hätten die Bitte, dass Sie sich auch mit dem Winterdienst von Sör für Fußgänger, besonders für die ältere Bevölkerung, beschäftigen. Wenn Wege oder Zugänge zum öffentlichen Verkehr einfach mit Absperrungen als nicht begehbar erklärt werden, ist dies für Senioren ärgerlich. Der Stadtrat hat nach dem Winterchaos von 2010/2011 die Summen für das Personal und die notwendigen Gerätschaften für den Winterdienst erhöht. Dass Sör aber die Leistungen für den Winterdienst reduziert, spricht nicht für einen besonderen Einsatz der verantwortlichen Werkleitung. Ältere Mitbürger, die mit einem Rollator unterwegs sein müssen, denen helfen keine geräumten Radwege, sondern geräumte Fußwege. Werner Gruber, Kreisvorsitzender der Senioren-Union Nürnberg-Süd, Nürnberg
Seit langen Jahren erledigen mein Mann und ich fast alle unsere Besorgungen von Worzeldorf aus per Rad, in erster Linie aus Umweltgründen.
Auch im Winter war das bisher durchaus möglich. Bis letztes Jahr wurden die Verbindungswege hier „draußen“ bei Schnee und Eis noch vom Verwaltungsamt in Katzwang hervorragend geräumt und gestreut, auch der Radweg entlang der Schwanstetter Straße zählte dazu. Und nun werden wir also durch Sör von heute auf morgen ein „Außenposten der Zivilisation“ und sind „aus dem Winterdienst-Tourenplan gestrichen“.
Das ist absolut nicht einzusehen — wir bezahlen unsere Steuern und sind Bürger der Stadt Nürnberg mit den gleichen Rechten wie alle anderen. Die Kältewelle hält an und es ist damit zu rechnen, dass die ungeräumten, ungestreuten Eiswege über lange Zeit hinweg unpassierbar bleiben — im Übrigen nicht nur für Radfahrer, sondern bei dem kombinierten Rad-/Fußweg entlang der Schwanstetter Straße am Steinbrüchlein vorbei auch für die Fußgänger.
Nicht einmal der neue Radweg von Worzeldorf nach Herpersdorf ist eisfrei. Als Ausweichmöglichkeit verbleiben hier nur die Autostraßen — das mag nach Herpersdorf noch angehen, auf der Schwanstetter Straße zur Münchener Straße hin wird das Radfahren dann schon recht gefährlich.
Ich verstehe absolut nicht, wieso dieses Winterräumkonzept „hochgelobt“ und vom Vorsitzenden des ADFC sogar als „Meilenstein“ gefeiert wird, wie im Stadtanzeiger zu lesen. Ich finde es diskriminierend, dass wir hier im Süden als zu vernachlässigendes Anhängsel der Stadt Nürnberg behandelt werden. Bettina Lampmann-Ende, Nürnberg
Nürnberg steigt auf — ja, aber höchstens im Sommer! Nürnberg ist Vorreiter im Klimaschutz — ja, wenn es gerade keine Umstände macht! Ich zitiere im Nachfolgenden aus „Nürnberg steigt auf“, der Radverkehrsstrategie für Nürnberg, herausgegeben vom Baureferat und Verkehrsplanungsamt der Stadt Nürnberg, aus dem Kapitel Unterhalt/Winterdienst. „Ziel: Bereithaltung komfortabler und verkehrssicherer Radwege. Förderung des Alltagsradverkehrs auch bei widrigen Bedingungen.“
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. Die Praxis sieht ganz anders aus. Um es auch für Nicht-Fahrradfahrer verständlich zu machen, wird das Szenario in die Welt der Autofahrer verlegt. Stellen Sie sich vor, Sie starten Ihre Fahrt in der Innenstadt und fahren Richtung Süden entlang der Münchener Straße. Es ist kalt, aber die Straße ist sauber geräumt und sie kommen gut voran.
Dann, in Höhe der Frankenstraße, erleben Sie plötzlich völlig andere Straßenverhältnisse: Die Straße ist weder geräumt noch gestreut, Glatteis und vereiste Spurrillen, wohin Sie blicken und um überhaupt noch vorwärts zu kommen, müssen Sie Ihr Tempo auf Schrittgeschwindigkeit drosseln. Daran ändert sich bis zum Ende der Münchener Straße nichts mehr und der Weg bis Worzeldorf (immer noch Stadtgebiet Nürnberg) wird eher noch schlimmer. Sie sind heilfroh, dass sie ohne Unfall zu Hause angekommen sind, auch wenn Sie dafür fast die doppelte Zeit gebraucht haben.
Unglaublich? Ja, wenn Sie in der Welt der Autofahrer bleiben. Da werden selbstverständlich Hauptverkehrsstrecken im Winter schnee- und eisfrei gehalten. Aber Realität in der Welt der vielen Fahrradfahrer, die auch in den Wintermonaten unterwegs sind. Und obwohl wir in den letzten Jahren wesentlich schneereichere Winter erleben durften, so schlecht geräumt waren die Wege noch nie! Bleibt nur zu hoffen, dass bei den Verantwortlichen der Stadt und beim ADFC vor dem nächsten Winter Vernunft einkehrt. Bevor die letzten Radfahrer in motorisierte Verkehrsmittel umsteigen, für die selbstverständlich auch im Winter die Straßen freigehalten werden. Günther Haag, Nürnberg
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.
In unserer Fotoserie "Auf Pirsch im Tiergarten" finden Sie tierische Fotos.