In der Peter-Henlein-Straße 3a braucht man nur einen Hinterhof überqueren und schon ist man Italien ein Stückchen näher. „Buon Giorno!“, begrüßt Alessandra Libonati (33) ihre Kunden freundlich. Dann darf in aller Ruhe gestöbert werden. Auf 600 Quadratmetern stapelt sich bei „Vino e Pasta da Enza“ alles, was das Herz begehrt.
Angefangen bei Wein, Prosecco und Grappa über Kaffee, Nudeln, Olivenöl und Balsamicoessig bis hin zu eingelegtem Gemüse, Pesto und Nudelsaucen. Allein eine ganze lange Regalreihe ist mit Pasta in allen erdenklichen Formen und Geschmacksrichtungen gefüllt: Spirelli, Trulli, Bigoli, Fussili, Cannelloni, Taglioline al Tartufo. Die Teigwaren gibt es also gedreht, rund, lang und dick, ausgehöhlt zum Befüllen oder mit Trüffeln verfeinert. Mehr als hundert verschiedene Sorten, auch frische Varianten aus der Kühltheke haben die Libonatis im Angebot. Das sorgt doch mal für Abwechslung im bekannten Spaghetti- und Lasagne-Einerlei.
„Wir beziehen unsere Waren direkt aus Italien und daher schmeckt bei uns auch alles wie in Italien“, sagt Roberto Libonati. „Viele Produkte, die man hier im normalen Supermarkt findet, sind oft speziell für den deutschen Markt hergestellt und schmecken daher anders“, erklärt der 32-Jährige.
Daher empfiehlt seine Schwester Alessandra am liebsten gleich ihre selbst gemachten Pastasaucen, die sie in der offenen Küche des Ladens frisch zubereitet und in Gläser abfüllt. „Die sind bei unseren Kunden sehr beliebt“, verrät sie stolz. Und weil sie so gut kochen kann, schwingt die in Deutschland geborene Italienerin seit ein paar Jahren im Laden auch täglich den Kochlöffel und versorgt die Kundschaft mit warmen sapori — Gaumenfreuden zu deutsch.
Zum Mittagstisch gibt es jeweils fünf bis sechs Tagesgerichte für je 5,90 Euro, Ravioli mit Steinpilzen etwa oder ein klassisches Risotto. Auch Antipasti, Pizza und Salate stehen zur Auswahl. Zum Dessert wird das obligatorische Tiramisu gereicht, der Espresso dazu kostet mit 1,25 Euro fast so wenig wie in einer italienischen Bar.
„Wir wollen gute Qualität zu fairen Preisen anbieten“, sagt die Juniorchefin und deutet auf die Wursttheke. „Manches ist bei uns sogar günstiger als in Italien. 2,50 Euro für hundert Gramm Parmaschinken werden Sie dort kaum finden“. Gerne darf auch probiert werden. Etwa eine Scheibe von der Fenchelsalami? Oder ein Stückchen vom offenen Gorgonzola?
„Vino e Pasta da Enza“ ist ein reiner Familienbetrieb. Den Groß- und Einzelhandel in der Peter-Henlein-Straße mit etwas größerem Sortiment gibt es seit 1999, den ersten Laden in der Humboldtstraße hat Vater Domenico Libonati zwei Jahre vorher gegründet.
Dort führt Mama Enza bis heute das Regiment und bekocht ebenfalls täglich die vielen Stammkunden aus dem Viertel. Kochen gelernt hat sie — ganz wie man sich das gerne klischeehaft vorstellt — in Bella Italia von ihrer Mama. „Als Kind habe ich immer auf einem Hocker mit am Herd gestanden und in den Töpfen gerührt“, erzählt sie. Frisch müsse gutes Essen sein, verrät sie ihr Geheimnis, ohne Schnickschnack, dann schmecke es auch. So einfach ist das, basta!
Jahrelang hat Enza Libonati in einem Nürnberger Motorenwerk gearbeitet. Jetzt ist sie seit über 14 Jahren gerne selbstständig. Auch wenn sie seitdem seltener Zeit hat, ihrer Heimat Matera in Süditalien einen Besuch abzustatten.
Mehr Informationen über das Vino e Pasta da Enza in unserer Rubrik Essen und Trinken!
Mi. 22.02.12
Di. 21.02.12
Sa. 18.02.12
Fr. 17.02.12