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Wunsch der Boxdorfer Kärwaburschen bleibt unerfüllt

Ordnungsamt lehnt grundsätzliche Sperrzeitverkürzung bei den Kirchweihen ab - 30.01.2013 08:14 Uhr

NÜRNBERG  - Das Ordnungsamt lehnt die von der CSU geforderten Sperrzeitverkürzungen für Kirchweihnächte ab. In der Vorlage für den Rechts- und Wirtschaftsausschuss am 6.Februar werden nur einmalige Zugaben um 30 Minuten auf Antrag angeboten.

Hoch her geht es an Kirchweihabenden — wie hier in Großgründlach — im Bierzelt. Eine Sperrzeitverkürzung lehnt die Stadt dennoch ab.
Hoch her geht es an Kirchweihabenden — wie hier in Großgründlach — im Bierzelt. Eine Sperrzeitverkürzung lehnt die Stadt dennoch ab.
Foto: Distler
Hoch her geht es an Kirchweihabenden — wie hier in Großgründlach — im Bierzelt. Eine Sperrzeitverkürzung lehnt die Stadt dennoch ab.
Hoch her geht es an Kirchweihabenden — wie hier in Großgründlach — im Bierzelt. Eine Sperrzeitverkürzung lehnt die Stadt dennoch ab.
Foto: Distler

Im vergangenen Oktober sorgte der Vorstoß auf der Boxdorfer Bürgerversammlung für Furore. Ein Kirchweihbursche forderte von der Stadt mehr Unterstützung. Die Kärwa sei ein „großes Kulturgut“, hieß es. „Wir helfen gerne, den ursprünglichen Charakter der Kärwas beizubehalten und aus Problem-Kirchweihen friedliche Feste zu machen.“ Im Gegenzug wurde die Verkürzung der Sperrzeit von 24 auf 1Uhr gewünscht.

Kurz darauf folgte ein entsprechender Antrag der CSU-Fraktion, der zudem die Verlängerung der beliebten Partys im Zuge des Vor- bzw. Nachkirchweihreigens bis 2Uhr beinhaltete. Dieser Vorstoß sorgte in den Stadtteilen für heftige Diskussionen. Während Befürworter fanden, dass die Anwohner „das einmal im Jahr schon aushalten“, befürchteten Gegner „unlösbare Probleme“ wegen Lärmbelastungen durch Blasmusik und gröhlende Kärwabesucher bis spät in die Nacht.

Das Ordnungsamt hat nun eine umfangreiche Bestandsaufnahme gemacht und die Rechtslage geprüft. Derzeit sind in Nürnberg die Kirchweihen Freitag, Samstag und Montag bis 23.30 Uhr geöffnet, an anderen Tagen bis 23 Uhr. Die eingemeindeten Stadtteile im Knoblauchsland im Norden und im Süden dürfen sogar bis 24 Uhr aufmachen — sonntags ist dort um 23 Uhr Feierabend. Seit Mai 2007 gilt diese Regelung — bis dahin läutete um 22.30 Uhr der Schlussgong.


In der Gesamtbewertung hält das Ordnungsamt diese Zeiten für „eine ausgewogene Abwägung zwischen der Bedeutung der Kirchweihen bzw. der Kirchweihpartys und dem unabhängig von der Beschwerdelage sicherzustellenden Schutz der Nachtruhe“. Die Bedeutung und Tradition der Kirchweihen sei „berücksichtigt“, heißt es, „eine weitere Verkürzung der Sperrzeiten lässt sich rechtlich nicht begründen“ und würde „lediglich den Bierzeltbetrieben zugute kommen“ — und nicht allen Schaustellern.

Genau hier sieht man in der Stadtverwaltung das Problem: Auf diese Tour würde man bei der Kärwa „den Charakter als ,Trinkveranstaltung‘ betonen“. Folglich wird befürchtet, dass „die Bemühungen, den insgesamt zu hohen Alkoholkonsum zu reduzieren, konterkariert werden“. Mit Blick auf die Nachbarstädte wird darauf hingewiesen, dass in Erlangen (bis 23 Uhr) und Schwabach (bis 22.30 Uhr) früher Schluss ist und nur in Fürth (in der Regel bis 24 Uhr) länger geöffnet ist.


Der Neunhofer CSU-Stadtrat Konrad Schuh ist von der Ablehnung enttäuscht und hätte zumindest eine Sperrzeitverkürzung auf Probe für gut gehalten. Auch CSU-Nord- und Vorstadtverein-Nord-Chef Tobias Schmidt wünschte man sich „mehr Mut und Flexibilität seitens der Stadtspitze“ — in Form von „Kann-Bestimmungen“ in den Stadtteilen, wo es baulich im Umfeld passen würde.

Immerhin bietet das Ordnungsamt den Veranstaltern einen kleinen Kompromiss an: Auf Antrag kann ein Abend bei der Kärwa um eine halbe Stunde verlängert werden.

  



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