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„Jede der vier Klassen hat das Thema auf ihre Art umgesetzt“, berichtet Schülerin Ramona (25). Während die anderen Klassen ihren Schwerpunkt auf den Christkindlesmarkt und das Christkind, das mittelalterliche Nürnberg, die Elisenlebkuchen oder die erste Eisenbahn legten, liefert die 11b ein Gesamtpaket. Bei ihnen geht die aus dem Fernsehen bekannte „Maus“ samt Elefanten auf eine Zeitreise, die im Mittelalter beginnt und in der Gegenwart endet.
Eine Woche lang hat die Klasse getüftelt und an dem Stück gearbeitet. „Am ersten Tag haben wir einen Zeitstrahl entworfen und überlegt, welche Themen uns wichtig sind. Dazu zählt neben Nürnberg im Mittelalter und Barock natürlich auch die NS-Zeit“, fasst Ramona (25) zusammen. Klassenkamerad Charles (21) berichtet: „Da jeder Ideen hatte, wurde an diesem Tag unendlich viel diskutiert.“ Dadurch seien bei der Rollenverteilung alle so erschöpft gewesen, dass es keine großen Debatten mehr gab, erinnert sich Ramona. Nur bei einem brauchte es noch ein wenig Überredungskunst: „Charles hatte sich erst gesträubt, unseren Tanzlehrer zu machen. Aber wir haben ihn kleingekriegt.“
Und Charles, der sich schon völlig an die Juroren der Castingshows angepasst und seine Truppe auf Spur gebracht hat, lacht zufrieden: „Das war am Anfang vielleicht eine Katastrophe!“ Aber letztlich hätten sie es alle geschafft.
Auch die Kulissen (inklusive Marktstand, Schönen Brunnen und Tiergarten) und die Zeitmaschine sind mit viel Liebe zum Detail hergestellt worden. Augenzwinkernd verrät ein weiterer Schüler: „Am Schönen Brunnen haben wir nachgebessert. Er hatte seinen Namen zu Beginn nicht wirklich verdient und ähnelte eher einer Kirche.“ Sogar ein goldener Ring ziert den Pappbrunnen.
Die Szenen mit einer bedrohlich-düsteren Atmosphäre beim Aufmarsch der Nazis, der Trennung zweier Freundinnen (jüdisch und nicht-jüdisch) und der Verweis auf die Straße der Menschenrechte gehen unter die Haut. Blitzlicht, Nebelgerät, Sirenen und silberfarbene Styroporkugeln, die als Bomben auf die Bühne fliegen, wirken ebenfalls richtig echt. Und platzende Luftballons sorgen im Hintergrund für die passende Geräuschkulisse.
Am Ende gab es einen Riesenapplaus für Zeitreise. Ob das Engagement der Schüler auch benotet wird, ist offen. Lehrerin Brigitte Post-Ocklenburg, die die Gesamtleitung für die Projektwoche hatte, hofft, dass ihre Kollegen die Arbeit der Abschlussklassen honorieren: „Wie sich diese vier elften Klassen engagiert haben, wäre es schön, wenn dies mit einer Note belohnt werden würde.“
Die 11b hat das Projekt jedenfalls zusammengeschweißt, sagt Denise (17): „Wir haben uns besser kennengelernt. Zudem konnte sich jeder mit seinen ganz individuellen Fähigkeiten einbringen. Das tut dem Selbstbewusstsein unheimlich gut.“
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.