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Seit über 20 Jahren kämpft Wolfgang Dötsch, Biologe und Kreisgeschäftsführer des BN, für den Erhalt der Ziegellach. Zuerst bedrohten Airport-Ausbaupläne das Eichenwäldchen mit seinen Feuchtwiesen, dann wurde es von der Trasse der „Ostspange“ attackiert. Als deren Pläne 2002 in der Schublade verschwanden, bildete sich eine übergreifende Allianz für die Ausweisung der Ziegellach als Naturschutzgebiet.
Im Juli 2007 wurde auf Initiative des damaligen Umweltbürgermeisters Klemens Gsell (CSU) der Antrag vom Stadtrat verabschiedet. Damit begann das Verfahren durch die Regierung von Mittelfranken. Auf Anfrage des Stadtanzeigers heißt es dort, dass die Prüfung erfolgt sei. Sie habe ergeben, „dass das Gebiet grundsätzlich schutzwürdig ist“, so Pressesprecherin Ruth Kronau-Neef.
Das Gebiet enthalte „einen der ältesten Alteichenbestände im Reichswald mit überregional bedeutsamen Tierarten — insbesondere der höchsten Spechtdichte in Nordbayern“. Der 1,6 Kilometer lange und wenige Hundert Meter breite Waldstreifen erfülle „in mehrfacher Hinsicht“ die Kriterien des Bayerischen und des Bundesnaturschutzgesetzes. Dazu gehört die Präsenz des Turmfalken und Großen Abendseglers wie der wertvolle Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald.
Diese Einschätzung teilt neben Wolfgang Dötsch auch Umweltreferent Peter Pluschke, weshalb er erst kürzlich beim regelmäßigen Treffen mit Vertretern der Regierung das Thema Ziegellach ansprach. Die Frage, ob es fünf Jahre nach dem Antrag der Stadt Nürnberg etwas Neues zum Fall Ziegellach gebe, sei nur kurz mit „Nein“ beantwortet worden..
Die Regierung habe sich entschlossen, das Verfahren ruhen zu lassen, bis die laufende Planfeststellung zur Nordanbindung „rechtskräftigabgeschlossen ist, heißt es in Ansbach. Dies sei der Stadt bekannt.
Ungeachtet dessen gelten die im Umfeld des Flughafens entdeckten Perfluorierten Tenside (PFT), die in Löschschäumen steckten und als leichtflüchtig gelten, als Problem. Experten befürchten, dass die Gifte sich in den letzten 20, 30 Jahren unkalkulierbar im Umfeld des Airports in Böden und Gewässern breitgemacht haben. Laut Pluschke laufen unter Hochdruck punktuelle Untersuchungen, bei denen auch schon in der Ziegellach erste Belastungen aufgetaucht sind.
„Wir stecken da in einer paradoxen Situation“, sagt Pluschke. Falls man das Biotop mit Baggern saniert, würde es zerstört werden. Bevor etwas passiert, muss nun erst mal intensiv geprüft werden. Dies werde „mindestens noch ein Jahr dauern“, sagt der Umweltreferent.
Beim BN sieht man die Lage kritisch. Dötsch rechnet damit, dass sich das Altlastenthema „noch mehrere Jahre hinziehen wird“ und das Projekt „Nordspange“ keine Zukunft habe. Deshalb sei jetzt „genau der richtige Zeitpunkt, die Ziegellach als Naturschutzgebiet auszuweisen und das Straßenprojekt zu beerdigen“, betont Dötsch. Für Bewegung müssten jetzt die Parteien sorgen.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.