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Hampelmann, Klappmesser, Liegestütz und Co. zählen hier nicht zum Angebot. Dennoch stehen Sport und Bewegung bei diesen Kitas im Mittelpunkt: „Es geht um ein sportartenübergreifendes Bewegungstraining“, berichtet Jörg Ammon, Vorsitzender des ATV-Frankonia. Immer weniger Kinder könnten rückwärts laufen, auf einem Bein stehen oder Purzelbäume schlagen. Deshalb lautet auch der Ansatz der Datev für ihr Kitaprojekt ähnlich: „Wir möchten den Kindern einfach viel Raum und Anregung zu Spiel und Bewegung bieten“, so Unternehmenspressesprecher Til Stüve.
Für den Sportverein ATV Frankonia ist der Betrieb einer Sportkita Neuland. „Wir haben diesen Schritt aber auch deshalb gewagt, um uns den sportlich orientierten Nachwuchs auf Dauer zu sichern“, verrät Ammon. Insgesamt drei Millionen Euro habe man in das Projekt gesteckt. Nun stehe die Fertigstellung kurz bevor: Die Eröffnung der Kita mit ihren insgesamt 124 Plätzen ist für den 4.Februar geplant. Ab diesem Zeitpunkt wird die Sportissimo gemeinnützige GmbH den Betrieb übernehmen. Sie wurde extra als Tochtergesellschaft des Sportvereins gegründet. Rund 25 Mitarbeiter kümmern sich dann um den Nachwuchs in den je zwei Gruppen von Krippe, Hort und Kindergarten. „Wir verfügen über eine 90 Quadratmeter große Sporthalle, ein extra großes Freigelände mit Hügellandschaft und Sportmöglichkeiten. Außerdem werden immer wieder lizenzierte Übungsleiter und Sportlehrer für Schwerpunktangebote bei uns vorbeischauen“, berichtet der Vereinsvorsitzende euphorisch.
Ein ähnliches Vorhaben treibt die Datev an der Ecke Virnsberger Straße/Vershofenstraße in Kleinreuth voran: 82 Kinder sollen hier in vier Krippen- und zwei Kindergartengruppen ab Ende 2013 ihren Bewegungsdrang ausleben können. Die Baugrube ist bereits ausgehoben, der Grundstein wurde im Dezember gelegt. Nach der Fertigstellung Ende diesen Jahres sollen auch Nicht-Datev-Mitarbeiter ihre Sprösslinge in die Sportkita bringen dürfen.
Für das Unternehmen ist es die erste Kooperation dieser Art: Weder sei die Datev Stüve zufolge bislang an einer Kita beteiligt, noch habe die Datev Erfahrungen mit der Sonderform der Sportkita. Doch man habe sich kompetente Partner ins Boot geholt: Die spätere Betreibergesellschaft Champini Kindersporttagesstätten gGmbH führt bereits einige Sportkitas in deutschen Städten. Und auch die mit dem Projekt betrauten Architekten sind bereits erfahren: „Zusammen mit Champini haben wir in Zabo ein ähnliches Projekt verwirklicht. Insgesamt waren wir schon an einer Handvoll solcher Vorhaben beteiligt.“
Inzwischen habe man Routine in der Planung von Sportkitas, doch die Anfänge waren nicht immer einfach: „Wir waren Pioniere. Als wir begonnen haben, gab es keine Literatur dazu. Vieles musste erst erfunden und durchdacht werden“, sagt Pöllot.
Auch die neue Einrichtung in Kleinreuth beinhalte einige außergewöhnliche Elemente: Der Architekt berichtet zum Beispiel von schwungvollen Gängen, die Dynamik erzeugen oder einer Kletterröhre, mit der man über zwei Stockwerke klettern kann. Des Weiteren finden in der Virnsberger Straße auch eine große Bewegungshalle und ein 1000 Quadratmeter großer Außenbereich ihren Platz: „Dort wird es Platz für Fußball und eine Bobbycar-Rennstrecke geben. Außerdem können die Kinder über Hügellandschaften und Seilbrücken toben.“
Doch bis es so weit ist, dauert es noch: Aktuell lassen Frost und Schnee die Bauarbeiten ruhen. Architekt Martin Pöllot hofft deshalb auf besseres Wetter: „Wir haben genügend Puffer, um bis Ende des Jahres fertig zu werden. Aber den würde ich natürlich so lange wie möglich unangetastet lassen.“
Am Freitag, 1. März, gibt die Datev eine Infoveranstaltung für interessierte Eltern. Anmeldung unter Tel. (0911) 319 775 76.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.