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Avatar hautnah: Ureinwohner kämpfen gegen Mega-Staudamm

Für Wasserkraftwerk im brasilianischen Amazonasgebiet müssten 16.000 Menschen umgesiedelt werden - 28.10. 20:14 Uhr

São Paulo  - Die brasilianische Regierung macht Ernst: im Amazonas-Gebiet hat sie vor wenigen Wochen mit dem Bau des Mega-Staudamms Belo Monte begonnen. Das Wasserkraftwerk sei unabdingbar, sagt die Regierung - doch indigene Völker, Einwohner und Umweltschützer laufen Sturm: Die Lebensgrundlage tausender Menschen würde uberflutet, der Schaden an der Natur wäre irreparabel.


Sie sind vom Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte am Stärksten betroffen: Die indigenen Völker, die am Xingú-Fluss wohnen.
Sie sind vom Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte am Stärksten betroffen: Die indigenen Völker, die am Xingú-Fluss wohnen.
Foto: dpa
Sie sind vom Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte am Stärksten betroffen: Die indigenen Völker, die am Xingú-Fluss wohnen.
Sie sind vom Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte am Stärksten betroffen: Die indigenen Völker, die am Xingú-Fluss wohnen.
Foto: dpa

Mehr als 400 Ureinwohner und Umweltschützer hatten am 27. Oktober die Baustelle des riesigen Belo-Monte-Staudamms besetzt, um die Einstellung der Arbeiten zu fordern.

Alles sei friedlich verlaufen, da es weder Wachen noch Arbeiter auf der Baustelle im Amazonas-Gebiet gegeben habe, sagte ein Sprecher der Demonstranten. Die Entscheidung zur Besetzung der Baustelle sei gefallen, nachdem sich die Regierung geweigert habe, an einem geplanten Vermittlungstreffen in Washington teilzunehmen, hieß es.

Die Ureinwohner und Fischer verließen das Gelände in der Nacht zum 28. Oktober (Ortszeit) jedoch friedlich, nachdem ein Richter die Räumung der Baustelle anordnete, wie der Indianische Missionsrat mitteilte. Das Konsortium der verantwortlichen Baufirma Norte Energia bestätigte die Vorgänge. Es seien keine Schäden entstanden, die Arbeit am Damm werde fortgesetzt.

Jahrelanger Kampf gegen das Projekt

Bereits Ende September hatte ein Gericht einen Baustopp für das umstrittene Großprojekt angeordnet. Sein Bau gefährde den Fischfang der Ureinwohner, hieß es zur Begründung. Das Baukonsortium Norte Energia dürfe keine Infrastrukturmaßnahmen vornehmen, welche den natürlichen Strom des Xingú-Flusses und damit den Fischbestand beeinträchtigten.

Gegen das mehr als acht Milliarden Euro teure Projekt laufen indianische Ureinwohner und Umweltschützer seit langem Sturm. Sie verweisen darauf, dass eine Fläche von 500 Quadratkilometern geflutet werden soll und 16.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. In ihrem Protest werden die Ureinwohner von der katholischen Kirche, aber auch von Prominenten wie dem Regisseur James Cameron („Avatar“) unterstützt.

Die brasilianische Regierung beteuert dagegen, Ländereien von Ureinwohnern seien nicht bedroht. Außerdem seien Millionen ausgegeben worden, um die sozialen Folgen und die Auswirkungen auf die Umwelt abzufedern. Die Regierung sieht den Staudamm als zentral für die nationale Energieproduktion an. Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll das Wasserkraftwerk der drittgrößte Staudamm der Welt hinter dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem Itaipu-Staudamm an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay werden.

Norte Energia, das den Damm Belo Monte an einem Nebenfluss des Amazonas baut, erklärte, das Projekt werde die Lebensqualität der Menschen nicht beeinträchtigen und auch der Umwelt nicht schaden. Der Damm, der rund elf Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) kosten soll, wäre nach Fertigstellung der drittgrößte der Welt. Die brasilianische Regierung argumentiert, die Verwirklichung des Projektes sei wegen des wachsenden Energiebedarfs der Wirtschaft unabdingbar.

  



dapd, afp

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