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Die Frau für die Kanten

Valérie Trierweiler könnte zur neuen Première Dame in Frankreich werden - 09.02. 10:29 Uhr

Wird François Hollande in drei Monaten zum Präsidenten gewählt, hat Frankreich mit Valérie Trierweiler eine neue Première Dame, ähnlich glamourös wie Carla Bruni-Sarkozy - und mindestens so einflussreich.

 

Trierweiler bekommt in Frankreich immer mehr Beachtung.
Trierweiler bekommt in Frankreich immer mehr Beachtung.
Foto: afp
Trierweiler bekommt in Frankreich immer mehr Beachtung.
Trierweiler bekommt in Frankreich immer mehr Beachtung.
Foto: afp

Sie gilt als "die Frau, die aus einem Pudding einen Mann machte". Die einen allzu harmlos-netten Normalo in den Hoffnungsträger der französischen Sozialisten verwandelte, der bei den Präsidentschaftswahlen im Mai Nicolas Sarkozy aus dem Élysée-Palast verjagen könnte. Valérie Trierweiler weiß das. "Ich kann ihm einiges beibringen", sagt sie selbstbewusst über ihren Lebenspartner François Hollande. Zum Beispiel: Kante zeigen, die ewige Harmoniesucht ablegen. Er hat mehr als zehn Kilo abgenommen und sich einen neuen Haarschnitt zugelegt, tritt seriöser und dynamischer zugleich auf. "Pudding" nennt ihn heute keiner mehr.


Mit Hollandes Chancen, französischer Präsident zu werden, nehmen auch die Blicke auf die Frau an seiner Seite zu: Valérie Trierweiler. Die 46-Jährige mit dem kühlen Charme einer Katharine Hepburn könnte bald Première Dame sein. Carla Bruni-Sarkozy steht sie in Eleganz und subtilem Machtbewusstsein in nichts nach.

Doch so viel über Bruni, einst Topmodel und Chanson-Sängerin, bekannt ist, so diskret blieb Trierweiler bislang. Als Journalistin des Wochenmagazins "Paris Match" und Moderatorin einer Polit-Sendung berichtete sie lieber über die anderen. Die neue Rolle muss sie erst lernen, sagt sie. "Sie bringt sicher viele Frauen zum Träumen, ist aber sehr kompliziert, weil sie nicht definiert ist", sagte sie bei ihrem ersten Fernsehauftritt als Kandidaten-Freundin.

Spitzname "Rottweiler"

Als Vollblut-Journalistin bedauert Trierweiler, mangels Unabhängigkeit nicht über den Wahlkampf schreiben zu dürfen, sondern stattdessen für das Kultur-Ressort arbeitet. Zugleich hat sie ein kleines Büro in Hollandes Wahlkampf-Zentrale und gilt als einflussreiche Beraterin, die Respekt genießt. "Rottweiler" nennen sie diejenigen, die ihr Temperament zu spüren bekamen. Einen Kollegen soll sie einmal für seine Macho-Sprüche geohrfeigt haben.

Als fünftes von sechs Kindern in bescheidenen Verhältnissen in Angers aufgewachsen, kam Trierweiler früh als Politik-Reporterin zu "Paris Match", spezialisiert auf die sozialistische Partei und damit auch auf deren langjährigen Vorsitzenden François Hollande und seine Partnerin Ségolène Royal. Bei der Geburt von deren viertem Kind erhielt sie sogar ein Exklusiv-Interview vom Wochenbett aus.

Die Journalistin und der Politiker kannten sich fast 20 Jahre, als es Ende 2005 funkte. Ihre Liaison hielten sie geheim. Sie war damals noch mit ihrem Kollegen Denis Trierweiler verheiratet, mit dem sie drei Söhne hat. Hollande und Ségolène Royal trennten sich offiziell erst nach deren Wahlniederlage 2007. Weitere drei Jahre später erklärte Hollande in der französischen "Gala" Trierweiler zur "Frau meines Lebens".

Sarkozy hat allerdings vorgemacht, dass eine breite Zurschaustellung des Privaten schlecht ankommt. Die Scheidung von seiner zweiten Frau Cécilia und die Romanze mit Carla Bruni brachten ihm Negativ-Punkte ein, die auch die Geburt von Tochter Giulia im Oktober nicht wieder wettmachen konnte. Seitdem ist die 44-jährige Franko-Italienerin fast abgetaucht, hat aber erklärt, dass sie für den Wahlkampf bereit steht, "falls mein Mann kandidiert, was ich für Frankreich hoffe". Auch Bruni gilt als geschickte Strippenzieherin, die positiv auf das Bild ihres Mannes und vor allem seine kulturelle Bildung einwirkt. Ob Bruni oder Trierweiler - es wird wohl auch nach der Wahl eine ehrgeizige und glamouröse Dame im Élysée wohnen. 



Von Birgit Holzer, Paris

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