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„Danke Majestät“, „Mutter des Vaterlandes“: Mit Schlagzeilen wie diesen verneigten sich die Niederlande vor ihrer scheidenden Königin Beatrix I. In den „tiefen Respekt vor einer Lebensleistung ohne Makel“ mischten sich auch erste Blicke auf den neuen König: Willem-Alexander Claus George Ferdinand von Oranje-Nassau (45) soll am 30.April in der Amsterdamer Nieuwe Kerk (Neue Kirche) die Nachfolge seiner Mutter antreten. Es ist seit 20 Jahren die erste Krönung, die Europa erlebt. 1993 war Albert II. zum belgischen Monarchen erhoben worden.
Der erste Mann an der Spitze des Staates seit über 120 Jahren wird nicht ohne latente Skepsis gesehen. „Das zerbrechliche Zusammenspiel von Politik, Öffentlichkeit und Monarch ist für den kommenden König wohl die größte Herausforderung“, schrieb die Tageszeitung de Volkskrant. Bisher habe er oft wenig politisches Gespür an den Tag gelegt.
„Wenig Intellekt, aber doch intelligent“ lauten andere wenig schmeichelhafte Analysen für Prinz Pilsje (Prinz Pils), ein Spitzname aus der Jugendzeit, den ihm seine Liebe zu gezapftem Bier einbrachte. Dabei hat der Prinz durchaus eine Lebensgeschichte vorzuweisen, die ihn zu einem gestandenen König machen könnte: Er besuchte Schulen zusammen mit Landeskindern aller sozialen Schichten. Er wurde in Heer und Luftwaffe ausgebildet, tat Dienst in Bosnien, Äthiopien, Eritrea und Afghanistan.
Sein Vater, Prinzgemahl Claus von Amsberg, drängte ihn, sich ökologischen Fragen zu widmen. So wurde aus dem promovierten Historiker und begeisterten Sportler ein Fachmann für Wasserwirtschaft, der auch im Auftrag der Uno tätig war.
„Er wird mit dem Amt wachsen“, hieß es aus den Reihen der konservativ-sozialdemokratischen Koalition in Den Haag. „Wir bekommen einen guten König, denn er hatte ein Ideal als Vorbild: seine Mutter.“ Der Monarch in spe will aber auch eigene Akzente setzen. Der erste ist, dass er mit der Tradition bricht und sich nicht Willem IV., sondern König Willem-Alexander nennt.
Dabei hat das künftige Staatsoberhaupt noch ein Ass im Ärmel: seine Frau Máxima Zorreguieta (41). Die gebürtige Argentinierin, die der Kronprinz vor zehn Jahren erst nach einer Genehmigung durch das Kabinett heiraten durfte, hat die Herzen im Sturm erobert. Bei einem Staatsbesuch in Brasilien tanzte die quirlige Máxima Samba, vor wenigen Monaten schwamm sie 2028 Meter in 50 Minuten durch Amsterdams Grachten, um Geld für den Kampf gegen die unheilbare Nervenkrankheit ALS zu sammeln. Sie engagiert sich für soziale Projekte und humanitäre Organisationen.
„Máxima ist die tollste Prinzessin“, hieß es jetzt auf Twitter, ganz so, als ob man sich über den neuen König vor allem wegen der künftigen Königin freut. Das liegt nicht zuletzt an ihrer Volksnähe. Nach dem erschütternden Attentatsversuch auf die Königsfamilie 2009 hielt Monarchin Beatrix zwar eine Fernsehansprache, doch Máxima war es, die öffentlich mit den Angehörigen der sechs Opfer trauerte und weinte.
Spätestens durch diese tiefe Zuneigung zu den Niederländern wurde sie zur „Königin der Herzen“, die dennoch Opfer bringen muss. Wie schon bei ihrer Hochzeit werden ihre Eltern auch bei der Krönungsfeier fehlen. Ihr Vater, Jorge Zorregueita, bekommt wegen seiner Vergangenheit als Funktionär der argentinischen Militärdiktatur keine Einreisegenehmigung. Sie wolle die Feier nicht unnötig politisch aufladen, hieß es aus dem Palast, und habe darauf verzichtet, ihre Eltern offiziell einzuladen.
Willem-Alexander wird übrigens der vorerst letzte männliche Regent des Hauses Oranje sein, der als König in den Niederlanden gekrönt wird. Das Monarchen-Paar hat nämlich drei Töchter: Kronprinzessin Amalia (9) sowie die beiden Prinzessinnen Alexia (7) und Ariane (5).
