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Mutmaßlicher Autor der NSU-Bekenner-DVD gefasst

Durchsuchungen in drei Bundesländern - Wende im Mord um die Heilbronner Polizistin - 24.11. 14:59 Uhr

KARLSRUHE/WIESBADEN  - Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) festnehmen lassen. Bei den Ermittlungen zum Heilbronner Polizistinnenmord gibt es erneut eine Wende: Jetzt ist wieder unklar, ob Michèle Kiesewetter in einer direkten Beziehung zu dem Zwickauer Neonazi-Trio stand.


Hier wurde Mike E., der Zwillingsbruder des mutmaßlichen Unterstützers der rechtsterroristischen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU), Andre E., festgenommen.
Hier wurde Mike E., der Zwillingsbruder des mutmaßlichen Unterstützers der rechtsterroristischen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU), Andre E., festgenommen.
Foto: dapd
Hier wurde Mike E., der Zwillingsbruder des mutmaßlichen Unterstützers der rechtsterroristischen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU), Andre E., festgenommen.
Hier wurde Mike E., der Zwillingsbruder des mutmaßlichen Unterstützers der rechtsterroristischen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU), Andre E., festgenommen.
Foto: dapd

Das Bundeskriminalamt (BKA) korrigierte seine Aussage, die aus Thüringen stammende Beamtin habe gegenüber dem Vereinslokal gewohnt, das von der rechten Szene für Treffen genutzt wurde: „Diese Aussage muss nach heutigem Erkenntnisstand insofern berichtigt werden, als sie gegenüber diesem Vereinslokal nicht gewohnt hat, sondern vielmehr nicht unweit davon zur Schule gegangen ist.“

Anfang der Woche hatte der BKA-Präsident Jörg Ziercke im Innenausschuss des Bundestags noch von der Möglichkeit einer Beziehungstat gesprochen. „Der BKA-Präsident hat zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass die Polizeibeamtin in rechtsextremen Kreisen verkehrt hat oder der rechtsextremen Szene angehörte“, betonte die Behörde in Wiesbaden. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte betont, die angebliche persönliche Verbindung zwischen der in Heilbronn ermordeten Polizistin und dem Neonazi-Trio sei eine Spekulation: „Unsere Ermittlungsbehörden haben bisher keine gesicherten Erkenntnisse über eine Beziehungstat.“


Beamte der Anti-Terror-Einheit GSG 9 nahmen unterdessen den 32-jährigen Andre E. im Landkreis Potsdam-Mittelmark fest, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Zugleich durchsuchten Beamte drei Wohnungen am Festnahmeort sowie in Dresden und Jena. Auch die Wohnung von E. in Zwickau wurde durchsucht. Weitere Einzelheiten teilte die Bundesanwaltschaft zunächst nicht mit. E. ist den Angaben zufolge dringend verdächtig, den Propagandafilm hergestellt zu haben, mit dem sich die NSU zu den Morden an neun Migranten und einer Polizistin in Heilbronn bekannt hat.

Der Film enthalte zudem Sequenzen aus der öffentlichen Berichterstattung über die beiden Sprengstoffanschläge in Köln, die auf eine Urheberschaft des NSU schließen lassen. Im Mai 2009 soll der Beschuldigte laut Bundesanwaltschaft den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe außerdem ermöglicht haben, auf ihn und seine Ehefrau ausgestellte Ermäßigungskarten der Deutschen Bahn AG zu nutzen. Zu der 1998 untergetauchten Zwickauer Terrorzelle gehörte neben Böhnhardt und Zschäpe auch der Rechtsextremist Uwe Mundlos. Die Zelle soll für die bundesweite Mordserie an den neun Migranten zwischen 2000 und 2006 verantwortlich sein und zudem 2007 die Polizistin in Heilbronn erschossen haben. Außerdem soll die Gruppe 2001 und 2004 zwei Sprengstoffanschläge in Köln verübt haben, bei denen insgesamt 23 Menschen verletzt wurden.

  



dpa, dapd

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Kurzbeschreibung:
Die deutschlandweite Mordserie an überwiegend türkischstämmigen Kleinunternehmern, die in Nürnberg drei und in München zwei Todesopfer gefordert hat, geht auf das Konto rechtsradikaler Terroristen. Die Anschlagsserie hatte im Jahr 2000 in Nürnberg-Langwasser mit tödlichen Schüssen auf einen Blumenhändler begonnen. Insgesamt wurden bis 2006 mindestens neun Geschäftsleute getötet.
Auch der Mord an einer Heilbronner Polizistin von 2007 wird der rechtsextremen Gruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugeordnet. Auf einer DVD , die auch den NN zugespielt wurde, bekennt sie sich zu diesen 10 Morden.

extra Themenarchiv "Neonazis in der Region"