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Das Bundeskriminalamt (BKA) korrigierte seine Aussage, die aus Thüringen stammende Beamtin habe gegenüber dem Vereinslokal gewohnt, das von der rechten Szene für Treffen genutzt wurde: „Diese Aussage muss nach heutigem Erkenntnisstand insofern berichtigt werden, als sie gegenüber diesem Vereinslokal nicht gewohnt hat, sondern vielmehr nicht unweit davon zur Schule gegangen ist.“
Anfang der Woche hatte der BKA-Präsident Jörg Ziercke im Innenausschuss des Bundestags noch von der Möglichkeit einer Beziehungstat gesprochen. „Der BKA-Präsident hat zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass die Polizeibeamtin in rechtsextremen Kreisen verkehrt hat oder der rechtsextremen Szene angehörte“, betonte die Behörde in Wiesbaden. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte betont, die angebliche persönliche Verbindung zwischen der in Heilbronn ermordeten Polizistin und dem Neonazi-Trio sei eine Spekulation: „Unsere Ermittlungsbehörden haben bisher keine gesicherten Erkenntnisse über eine Beziehungstat.“
Beamte der Anti-Terror-Einheit GSG 9 nahmen unterdessen den 32-jährigen Andre E. im Landkreis Potsdam-Mittelmark fest, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Zugleich durchsuchten Beamte drei Wohnungen am Festnahmeort sowie in Dresden und Jena. Auch die Wohnung von E. in Zwickau wurde durchsucht. Weitere Einzelheiten teilte die Bundesanwaltschaft zunächst nicht mit. E. ist den Angaben zufolge dringend verdächtig, den Propagandafilm hergestellt zu haben, mit dem sich die NSU zu den Morden an neun Migranten und einer Polizistin in Heilbronn bekannt hat.
Der Film enthalte zudem Sequenzen aus der öffentlichen Berichterstattung über die beiden Sprengstoffanschläge in Köln, die auf eine Urheberschaft des NSU schließen lassen. Im Mai 2009 soll der Beschuldigte laut Bundesanwaltschaft den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe außerdem ermöglicht haben, auf ihn und seine Ehefrau ausgestellte Ermäßigungskarten der Deutschen Bahn AG zu nutzen. Zu der 1998 untergetauchten Zwickauer Terrorzelle gehörte neben Böhnhardt und Zschäpe auch der Rechtsextremist Uwe Mundlos. Die Zelle soll für die bundesweite Mordserie an den neun Migranten zwischen 2000 und 2006 verantwortlich sein und zudem 2007 die Polizistin in Heilbronn erschossen haben. Außerdem soll die Gruppe 2001 und 2004 zwei Sprengstoffanschläge in Köln verübt haben, bei denen insgesamt 23 Menschen verletzt wurden.
Do. 10.05.12
Mi. 09.05.12
Fr. 20.04.12
Di. 03.04.12
Mi. 28.03.12