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Mit 18 Jahren beschloss Enrique Peña Nieto, Politiker zu werden. Dafür brachte der Spross einer einflussreichen mexikanischen Familie alles mit, was für eine schillernde Karriere förderlich ist: Gutes Aussehen, Selbstbewusstsein, Jurastudium und Glamour.
In zweiter Ehe ist der Mann mit gegeltem Haar und strengem Scheitel mit der Schauspielerin Angélica Rivera verheiratet, die in einer Televisa-Seifenoper populär wurde. Die Hochzeit der beiden füllte monatelang die bunten Blätter, in denen suggeriert wurde, Peña Nieto und Rivera seien das optimale Paar für den Präsidentenpalast.
Die Entscheidung, Peña Nieto zum Präsidenten Mexikos aufzubauen, liegt gut sechs Jahre zurück. Als er 2005 im Alter von 38 Jahren in den Wahlkampf zog, um Gouverneur in seinem Heimatstaat Estado de México zu werden, geschah dies bereits mit dem Anspruch auf die höchsten Weihen.
Sein Ziel war es, an der Spitze einer verjüngten und erneuerten Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) in diesem Jahr die Macht in Mexiko zurückzuerobern. Unterstützt vom Fernsehkonzern Televisa und seiner Partei setzte er alles daran, seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Dafür arbeitete Peña Nieto unermüdlich in den fünf Regierungsjahren von seinem Heimatstaat Estado de México aus. Jetzt hat er es geschafft.
Peña Nieto wuchs in dem Ort Atlacomulco auf. Von dort stammen eine Reihe von mächtigen Politikern, darunter der politische Strippenzieher und Unternehmer Carlos Hank González. Er bestimmte mit der Atlacomulco-Gruppe viele Jahre das Geschehen in Mexiko mit. Im Jahr 2000 verlor die PRI nach sieben Jahrzehnten die Präsidentschaft, nach 12 Jahren kehrt sie nun an die Macht zurück – und mit ihr Peña Nieto.
Der 45-Jährige regiert in den kommenden sechs Jahren als Nachfolger von Präsident Felipe Calderón das größte spanischsprachige Land der Welt.
Vor Peña Nieto liegen gewaltige Aufgaben: Die Mexikaner hoffen auf bessere Zeiten und vor allem auf ein Ende von Drogenkrieg und Gewalt – mit Zehntausenden Toten in den vergangenen Jahren.
