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Per SMS fragte Strauss-Kahn nach „Mädchen“

Sex-Partys im Luxushotel: Dem ehemaligen IWF-Chef droht eine Anklage wegen Beihilfe zur Zuhälterei - 22.02. 11:05 Uhr

PARIS  - Erst stolperte er über eine Sex-Affäre in einem New Yorker Hotel, nun muss sich Dominique Strauss-Kahn erneut wegen seiner Eskapaden rechtfertigen. Im nordfranzösischen Lille wurde er von der Polizei verhört.

Geschäftsfreunde luden ihn zu freizügigen Partys ein: Dominique Strauss-Kahn.
Geschäftsfreunde luden ihn zu freizügigen Partys ein: Dominique Strauss-Kahn.
Foto: afp
Geschäftsfreunde luden ihn zu freizügigen Partys ein: Dominique Strauss-Kahn.
Geschäftsfreunde luden ihn zu freizügigen Partys ein: Dominique Strauss-Kahn.
Foto: afp

Anne Sinclair, Strauss-Kahns Ehefrau und Chefredakteurin der französischen Ausgabe der Online-Zeitung Huffington Post, gab sich gar nicht erst die Blöße, die Nachricht des Tages zu verheimlichen. „DSK in Untersuchungshaft“, war gestern auch auf der Seite ihrer Zeitung die Top-Meldung. Für Sinclair persönlich dürfte die Nachricht der nächste schwere Schlag sein: Schon wieder macht ihr Mann durch seine Eskapaden von sich reden.

Dessen Ruf ist ruiniert, seit ein New Yorker Zimmermädchen den Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und ehemaligen Hoffnungsträger der französischen Sozialisten im vergangenen Mai der Vergewaltigung beschuldigte. Wurde die Anklage in den USA mangels Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens schließlich fallengelassen, folgten weitere Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung in Frankreich und Enthüllungen über Strauss-Kahns Teilnahme an freizügigen Sex-Partys.

Er streitet sie nicht ab, aber das Problem ist nicht nur moralisch, sondern auch juristisch. Die Ermittler interessiert, ob er sich dabei strafbar gemacht hat.


Das Luxushotel Carlton im nordfranzösischen Lille: Hier flog der Zuhälterring auf.
Das Luxushotel Carlton im nordfranzösischen Lille: Hier flog der Zuhälterring auf.
Foto: dpa
Das Luxushotel Carlton im nordfranzösischen Lille: Hier flog der Zuhälterring auf.
Das Luxushotel Carlton im nordfranzösischen Lille: Hier flog der Zuhälterring auf.
Foto: dpa

Und so fuhr Strauss-Kahn gestern in einer abgedunkelten Limousine bei der Polizei in Lille zum Verhör vor. Als Zeuge, dem auch eine Anklage wegen Veruntreuung und Beihilfe zu bandenmäßiger Zuhälterei droht.

Der 62-Jährige konnte seine Vernehmung nach eigener Aussage gar nicht erwarten, um endlich auf die „bösartigen Unterstellungen“ zu antworten, die ihm in einer „medialen Lynchjustiz“ gemacht worden seien.

Denn Strauss-Kahn fühlt sich nur als Randfigur in der Affäre um das Luxushotel Carlton in Lille. Im Herbst flog dort ein Zuhälterring auf, der eine Reihe lokaler Größen ins Zwielicht bringt, darunter den Manager des Carlton und einen Polizeichef.



Die Geschäftsleute sollen Reisen mit weiblicher Begleitung nach Paris, New York oder Washington organisiert haben, um in Luxus-Etablissements freizügige Partys mit Strauss-Kahn zu feiern. Die Kosten von insgesamt 50000 Euro rechneten sie über ihre Firmen ab.

Pikanter Ausflug

Strauss-Kahn will nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte gehandelt hatte. Das sähe man ihnen schließlich nicht an, ließ sein Anwalt ausrichten. Prostitution ist in Frankreich nicht strafbar, wohl aber Zuhälterei. Auch stellt sich die Frage, ob seine Freunde Gegenleistungen erhofften oder erhielten.

Die Ermittler haben inzwischen kompromittierende SMS vorliegen, in denen sich Strauss-Kahn nach „Material“ und „Mädchen“ erkundigt. Pikanterweise fand der letzte Ausflug nach New York vom 11. bis 13. Mai 2011 statt — tags darauf wurde Strauss-Kahn wegen der Sex-Vorwürfe des Zimmermädchens verhaftet. 



BIRGIT HOLZER

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