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Prominente Künstler wollen Stärkung des Urheberrechts

Gier oder Geiz: Offener Brief kritisiert kostenlose Nutzung im Internet als Diebstahl - 11.05.2012 12:00 Uhr

Günter Wallraff, Moderatorin und Autorin Charlotte Roche und Schauspieler Mario Adorf unterstützen den Aufruf prominenter Künstler zur Verteidigung des Urheberrechts.

Günter Wallraff, Moderatorin und Autorin Charlotte Roche und Schauspieler Mario Adorf unterstützen den Aufruf prominenter Künstler zur Verteidigung des Urheberrechts. © dpa


Hundert prominente Künstler haben als Erstunterzeichner einen Aufruf zur Stärkung des Urheberrechts veröffentlicht. In dem am im Internet unter der Adresse www.wir-sind-die-urheber.de veröffentlichten Aufruf wird das Umgehen des Urheberrechts durch Internetnutzer von den Künstlern als "Diebstahl" angegriffen. "Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als Autoren und Künstler die öffentlichen Angriffe auf das Urheberrecht", heißt der erste Satz der Erklärung.

Zu den Erstunterzeichnern zählen Mario Adorf, Charlotte Roche, Daniel Kehlmann, Roger Willemsen, Uwe Tellkamp, Elke Heidenreich, Andrea Maria Schenkel, Axel Hacke, Helmut Dietl, Martin Walser, Charlotte Link, Frank Schätzing und Sven Regener.

Regener, der Schriftsteller und Sänger der Band Element of Crime, hatte die aktuelle Debatte im März mit einem Wutausbruch in einem Radiointerview eröffnet. Darin hatte er die Kostenlos-Mentalität des Internets angeprangert und darauf verwiesen, dass ein Internetkonzern wie Google Milliardengewinne mache und Künstlern dennoch etwa für Youtube-Videos kein Geld zahlen wolle. Regener griff auch die Piratenpartei wegen ihrer Forderung nach einer Lockerung des Urheberrechts an und löste damit eine heftige Debatte aus.

In dem Aufruf wenden sich die prominenten Künstler nun gegen das Argument, Künstler seien als Urheber durch das Internet nicht mehr auf Verwerter wie etwa Plattenlabels oder Verlage angewiesen. Diese Darstellung entwerfe ein abwegiges Bild der Arbeitswelt von Künstlern. "In einer arbeitsteiligen Gesellschaft geben Künstler die Vermarktung ihrer Werke in die Hände von Verlagen, Galerien,
Produzenten oder Verwertungsgesellschaften, wenn diese ihre Interessen bestmöglich vertreten und verteidigen."

Gleichzeitig griffen die Unterzeichner die Mentalität an, die hinter illegalen Downloads stecke. "Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern." Im Gegenteil müsse der Schutz des Urheberrechts gestärkt und den heutigen Bedingungen angepasst werden. Die alltägliche Präsenz des Internet könne keinen Diebstahl rechtfertigen und sei "keine Entschuldigung für Gier oder Geiz". 

afp

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