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In jüngsten Umfragen überholte Santorum nach seinen Erfolgen in Minnesota, Colorado und Missouri seinen Gegner Romney. Einige der Umfragen
zeigen Santorum sogar in Romneys Heimatstaat Michigan auf Platz Eins.
Ein möglicher Grund: Nachdem die US-Wirtschaft Signale einer Erholung zeigt, ist Obama in dieser Arena weniger angreifbar geworden. Santorum, der ehemalige Senator aus Pennsylvania, setzt deshalb in seinem Wahlkampf vermehrt auf ultrakonservative Botschaften. In den vergangenen Tagen zweifelte er unter anderem den Nutzen öffentlicher Schulen an, kritisierte pränatale Tests als Vorstufe für eine Abtreibung und warf Obama vor, er hänge einer Theologie an, die nicht auf der Bibel basiere.
Die Spitzen Santorums gegen Obama stehen im krassen Gegensatz zu Romneys gelassenem Zugang mit einem Schwerpunkt auf Arbeitsplätzen,
der Wirtschaft und seiner Erfahrung als erfolgreicher Geschäftsmann.
Die Bruchlinie Romney-Santorum wird auch über den Einfluss der Sozialkonservativen und der Anhänger der Tea Party bei der Vorwahl in
Schlüsselstaaten wie Michigan (28. Februar) und Ohio (6. März, „Super Tuesday“) Aufschluss geben.
Das Establishment der Republikanischen Partei soll sehr besorgt über einen möglichen weiteren Aufstieg Santorums sein, aber auch Romney, der
ehemalige Gouverneur von Massachusetts, hat sich angesichts seiner gemäßigten Ansichten bei Themen wie Abtreibung bei vielen der Konservativen
nicht gerade beliebt gemacht. Für die Republikaner ist eine solche Richtungsentscheidung zwischen Kandidaten, die sich vor allem auf
gesellschaftliche Themen wie Abtreibung und das Schulgebet auf der einen sowie auf Steuern und Ausgaben auf der anderen Seite konzentrieren,
nichts Ungewöhnliches.
Manchmal kommt es dabei auch zum offenen Streit, so wie 1992, als der konservative Kommentator Pat Buchanan beim Parteitag der Republikaner
einen „Kulturkrieg“ ausrief.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.