10°C
Mittwoch, 22.05. - 19:54 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Spielwarenmesse: Heldenhafte Kröten auf Kundenfang

Streifzug über die Neuheitenschau - Professor Dietrich Grönemeyer präsentiert kindgerechte Körperpuppe - 30.01.2013 10:00 Uhr

NÜRNBERG  - Messe-Jobs sind begehrt, oft aber auch tierisch anstrengend — insbesondere dann, wenn man seine Brötchen verkleidet verdienen muss, so wie mancher auf der Neuheitenschau der Spielwarenmesse. Da brauchen dann auch schon mal knallharte Helden wie die Ninja-Turtles eine helfende Hand.

Viele Experten sind überzeugt: Die Lizenzthemen rund um die Schildkröten-Figuren „Ninja Turtles“, die auch wieder im Fernsehen präsent sind, werden heuer laufen wie geschnitten Brot.
Viele Experten sind überzeugt: Die Lizenzthemen rund um die Schildkröten-Figuren „Ninja Turtles“, die auch wieder im Fernsehen präsent sind, werden heuer laufen wie geschnitten Brot.
Foto: Stefan Hippel
Viele Experten sind überzeugt: Die Lizenzthemen rund um die Schildkröten-Figuren „Ninja Turtles“, die auch wieder im Fernsehen präsent sind, werden heuer laufen wie geschnitten Brot.
Viele Experten sind überzeugt: Die Lizenzthemen rund um die Schildkröten-Figuren „Ninja Turtles“, die auch wieder im Fernsehen präsent sind, werden heuer laufen wie geschnitten Brot.
Foto: Stefan Hippel

Fürsorglich geleitet der junge Mann den Träger des Kampfschildkröten-Kostüms über ein dickes Kabel, das am Boden liegt. „Das ist mein Job, ich bin der Aufpasser“, sagt der Nicht-Maskierte und grinst.

Auch die etwa 1,80 Meter große Schlumpfine tappt nach ihrem Auftritt am Stand wenig elegant durch die Gänge, fest untergehakt bei ihrer Begleiterin: „Sie sieht nichts, aber sie vertraut mir blind“, witzelt diese. Besser hat es da schon der „Sorgenfresser“, eine über zwei Meter große Erscheinung, die für die deutlich kleineren Stoff-Ausgaben seiner Art wirbt: Der Mann im Innern sieht immerhin einen halben Meter weit geradeaus. Für einen unbeschwerten Gang reicht das allerdings auch nicht, weswegen er ebenfalls einen Aufpasser dabei hat.

Bilderstrecke zum Thema
Gocarts, Plüschmonster und allerlei Elektronisches: Die größte Spielzeugmesse der Welt präsentiert auch 2013 in Nürnberg allerlei Neues und Spannendes - nicht nur für Kinder.

Carrera feiert

In Begleitung ist auch Captain Carrera, Kunst- und Werbefigur der Autorennbahnen. Allerdings zeigen sich seine „Carrera-Chicks“ diesmal deutlich zugeknöpfter, sie wirken fast züchtig in ihren knapp knielangen engen Röcken. Kein Vergleich zu den sexy Outfits und den Netzstrümpfen bei ihrem letztjährigen Auftritt. Vielleicht liegt die seriösere Kluft ja in dem Jubiläum begründet, das Carrera feiert: Die Marke ist 50 geworden. Von Midlife-Crisis allerdings gibt es keine Spur. Zwar, erklärt ein Manager, sei „das Prinzip Autorennbahn immer noch das Gleiche“, doch stecke es mittlerweile voller Elektronik.


Bilderstrecke zum Thema
Die Spielwarenmesse, die rund 70.000 Neuheiten zeigt, hat begonnen. Schon vorab wurden einige Produkte präsentiert - mit prominenter Unterstützung.

Genau das, der Vormarsch der Elektronik bei Spielwaren, ist manchen ein Dorn im Auge. Für sie steht fest: Für Spannung braucht es keinen Strom, keine Batterien, keine Speicherchips und schon gar keine internetfähigen Handys oder Tablet-PCs. Dass die „iToys“ — Spielzeug, das zusammen mit kleinen, oft kostenlos aus dem Internet herunterladbaren Programmen („Apps“) funktioniert — in aller Munde sind, stößt Verfechtern elektronikfreier Produkte sauer auf. Auf der Neuheitenschau, die traditionell am Vortag der Spielwarenmesse stattfindet und die alle Jahre wieder zahlreiche Medienvertreter aus dem In- und Ausland nach Nürnberg lockt, findet sich beides.


Da schwirren mit Apple-Geräten und Bluetooth-Technik gesteuerte Helikopter herum und schweben Feen durch den Raum, während am Stand nebenan Biene Maja und ihre Freunde — alle aus Plüsch — um Aufmerksamkeit buhlen. Da zieht das interaktive Zottelwesen Furby alle elektronischen Register, trällert mit Sängerin Lena und lässt die LED-Augen blitzen, während einige Meter weiter der Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer an der aufklappbaren Spielpuppe Erwin aus dem Hause Sigikid zeigt, wie es im Menschen innen ausschaut. Kindgerecht natürlich: Lunge, Herz, Milz und Darm sind aus weichem, kuscheligen Material. „Da kann man lernen, wie der Körper aufgebaut ist“, erklärt Grönemeyer, strahlt und versenkt die Innereien wieder in Erwin.

Ohne Elektronik kommen auch die Gokarts der Firma Hauck aus. Sie setzen auf die körpereigenen Antriebskräfte sowie — marketingmäßig — die Zugkraft von Batman und Superman, deren Konterfeis die Fahrzeuge zieren. Die Gokarts „halten sogar meine 100 Kilo aus“, versichert Geschäftsführer André Schur und klemmt sich hinter das Lenkrad.

Seine Muskelkraft unter Beweis stellen muss Ex-Boxer Axel Schulz nicht: Der Mann wirkt gut in Form. Bei Battroborg sind Muckis allerdings auch nebensächlich: Die boxenden Miniatur-Roboter, die im Sommer auf den Markt kommen und die Schulz in Nürnberg vorführte, werden wie bei einem Videospiel über Controller gesteuert. Die passende Kampfarena gibt es auch dazu. Na dann: Ring frei.

Plopp-Effekt überzeugt


Gute Chancen, bei den Kindern zu punkten, rechnet sich auch Erzählbär Brummel aus.
Gute Chancen, bei den Kindern zu punkten, rechnet sich auch Erzählbär Brummel aus.
Gute Chancen, bei den Kindern zu punkten, rechnet sich auch Erzählbär Brummel aus.
Gute Chancen, bei den Kindern zu punkten, rechnet sich auch Erzählbär Brummel aus.

Völlig friedlich, kabel- und stromlos geht es bei den Ploppers der Firma Leif zu. Die Gummifiguren — unter anderem eine Kuh, ein Schwein, ein Pirat und ein Pinguin — haben mitten im Gesicht ein Loch, in das ein kleiner Schaumstoffball passt. Der schnellt mit einem Plopp-Geräusch heraus, wenn man auf den Bauch der Figuren drückt. „Das alles funktioniert ohne Elektronik“, wirbt der Mann am Stand und schiebt noch ein Verkaufsargument nach, das Väter und Mütter überzeugen dürfte: „Und ein bisschen laufen müssen die Kinder auch, um die Bälle wieder einzusammeln.“ Erzähl-Bär Brummel dagegen setzt voll auf Hightech: Der Plüschteddy von Stadlbauer holt sich seine Storys per Download aus dem Internet und spricht sie dann gemütlich nach.

Einen Hingucker präsentierte die Firma Noris-Spiele: handgehäkelte Mützen. „Wenn meine Mutter mir als Junge mit so etwas gekommen wäre, ich wäre schreiend davongelaufen“, sinniert ein 56-jähriger Journalist. Doch die Kopfbedeckungen sind inzwischen fast Kult, wie er sich beeilt zu erklären: „Mein 17-jähriger Sohn hat auch eine.“ So ändern sich die Zeiten.

Bildergalerien unter www.nn-online.de.

  

VERENA LITZ


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Zum Thema
Spielwarenmesse Nürnberg
Seit:
1950
Turnus:
jährlich

Termin:
29.1. bis 3.2.2014
Zeiten:
Nur für registrierte Fachbesucher
Kurzbeschreibung:
Die Nürnberger Spielwarenmesse ist die weltweit größte Fachmesse der Spielwaren-Branche.
Veranstalter:
Spielwarenmesse eG, Nürnberg
Besucher:
73.500 Händler und Einkäufer im Jahr 2013 (76.000 im Vorjahr)
Teilnehmer:
über 2.700 Aussteller