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Stiller Alarm warnt vor Bankdaten-Dieben

Die Zahl der Betrugsfälle am Geldautomaten nimmt ab — Täter gehen neue Wege - 08.02.12

MÜNCHEN  - Datenklau am Bankautomaten: Betrüger und Polizei liefern sich ein Wettrennen um die neueste Technik. Die Zahl der Fälle geht zwar zurück, doch die Täter weichen nun ins Ausland aus. Auch Tankstellen und Fahrkartenautomaten werden zu beliebten Zielen.

Täuschend echt: Ein Bankmitarbeiter zeigt eine Tastatur und einen Kartenleser, wie sie von Bankdaten-Dieben eingesetzt werden.
Täuschend echt: Ein Bankmitarbeiter zeigt eine Tastatur und einen Kartenleser, wie sie von Bankdaten-Dieben eingesetzt werden.
Foto: dapd
Täuschend echt: Ein Bankmitarbeiter zeigt eine Tastatur und einen Kartenleser, wie sie von Bankdaten-Dieben eingesetzt werden.
Täuschend echt: Ein Bankmitarbeiter zeigt eine Tastatur und einen Kartenleser, wie sie von Bankdaten-Dieben eingesetzt werden.
Foto: dapd

Aufgesetzte Tastaturen, versteckte Kameras und manipulierte Lesegeräte – der Datenklau an Bankautomaten ist für die meisten Kunden kaum zu erkennen. Die Täter verursachen damit aber einen beachtlichen Schaden für die Banken in Deutschland: allein im Jahr 2010 mehr als 50 Millionen Euro. Um mit gefälschten Karten Geld von fremden Konten abzuheben, müssen die Betrüger mittlerweile jedoch ins außereuropäische Ausland ausweichen.

Dank verbesserter Sicherheitsstandards könne die Echtheit der Zahlungskarten in 31 europäischen Ländern lückenlos überprüft werden, sagte der Präsident des Sparkassenverbands, Theo Zellner, im bayerischen Landeskriminalamt in München. „Darauf haben die Tätergruppen reagiert.“ Beliebte Ziele seien nun die USA, Mexiko und Russland.



Helfen soll auch ein stiller Alarm, der in etlichen Banken bei Manipulationen der Geldautomaten ausgelöst wird. Geräte in den Automaten erkennen dabei zum Beispiel, wenn eine gefälschte Kreditkarte benutzt wird.

Auf frischer Tat ertappt

„Die Polizei, die Bank oder die Sparkasse kann entsprechend schnell reagieren“, sagte Zellner. Manchmal könne der Täter auf frischer Tat ertappt, zumindest aber ein Schaden für Bankkunden vermieden werden.

Die erschwerten Bedingungen scheinen die Täter abzuschrecken: Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Betrugsfälle mit kopierten Girokarten und manipulierten Geldautomaten zurück. „Ich bin erleichtert, dass wir 2011 nach den im Moment vorliegenden Zahlen erstmals eine günstige Entwicklung verzeichnen“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München.

Nun weichen die Täter nach Angaben des Sparkassenverbands vermehrt auf Fahrkartenautomaten, Tankstellen und Supermärkte aus. Die Tankstellenbetreiber sind inzwischen aber auch gewarnt und kontrollieren ihre Geräte häufiger. Für Verbraucher ist die Manipulation der Kartenleser an der Ladenkasse tückisch, weil dies von außen nicht erkennbar ist. Sie werden meist bei Einbrüchen von den Tätern umgebaut. Das Bundeskriminalamt rät Händlern zur Kontrolle der Geräte, gerade wenn bei einem Einbruch nichts gestohlen wurde.

Beliebteste Strategie der Täter bleibt das sogenannte Skimming. Dabei installieren sie am Einzug des Geldautomaten eigens hergestellte Lesegeräte – für den Kunden sind diese jedoch kaum zu erkennen, weil sie die Bedienung des Bankautomaten nicht beeinträchtigen. Die Betrüger können auf diese Weise Magnetstreifendaten speichern und daraus eine Kartendublette erstellen.

Mit ihr lässt sich dann außerhalb Europas Geld abheben – allerdings nur dann, wenn die Täter auch die Geheimnummer wissen. Deshalb versuchen sie, die Eingabe der PIN-Nummer zu filmen, etwa mit kleinen Kameras, die oft oberhalb der Tastatur angebracht sind. Auch aufgesetzte, manipulierte Tastaturen kommen gelegentlich zum Einsatz, um an die Geheimnummer zu gelangen.

Betroffen sind nach den neuen Zahlen allerdings nur wenige Deutsche: 0,02 Prozent der etwa 97 Millionen Girokarten in Deutschland werden laut Sparkassenverband ausgespäht. Die Gefahr des Kartenbetrugs bestehe aber nach wie vor, sagte Herrmann. „Für Entwarnung ist es viel zu früh.“ 



VON DAVID KLUTHE (dpa)

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