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„Die waren richtig überrascht, dass Segelboote auch schnell sein können“, schmunzelt Erzieher Tobias Bachmann. Schließlich sei für Jugendliche Geschwindigkeit alles. Anfangs konnte er die acht Kinder und Jugendlichen zwar nicht so recht für den Segelsport begeistern.
Spaß gemacht hat es allen am Ende dennoch. Auf jeden Fall könne sie sich vorstellen, bald mal wieder Segeln zu gehen, erzählt eine der Jugendlichen rückblickend. Den Erzieher freut’s.
Perfekter hätte das Wetter für eine Jungfernfahrt auch nicht sein können: strahlender Sonnenschein und dazu noch Wind. Optimal fürs Segeln, meint Manfred Greubel, Leiter der Segelschule am Großen Brombachsee. Acht Kinder und Jugendliche waren angetreten, um auf einem ehemaligen Marinekutter, von der Segelschule liebevoll auf den Namen „Kudder“ getauft, einen Schnupperkurs zu absolvieren.
Kudder ist erprobt: Auf dem ehemaligen Rettungsboot haben viele Marinesoldaten bereits gelernt, Teamgeist zu entwickeln und sich als Seemannschaft zu beweisen. Auf den 23 Quadratmetern haben zwölf Mann Besatzung und ein Skipper bequem Platz.
Die Segelneulinge aus Gunzenhausen leben alle in der Jugendwohneinrichtung Bezzelhaus, die bereits 1855 als Rettungshaus für Kinder gegründet wurde. Heute bietet die Einrichtung Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen einen Unterschlupf. Neben Wohngruppen können Kinder kurzfristig in Obhut genommen werden.
Erzieher Bachmann nahm die Einladung gern an, mit den Jugendlichen in den Ferien in den Brombachsee zu stechen. Schließlich sollte damit nicht nur der lernfreien Zeit gefrönt, sondern auch Geburtstag gefeiert werden: Die Segelschule gibt es seit 1989, die Basis am Großen Brombachsee feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. So lockten Bratwurst und Eis auf der Jubiläumsfeier. Der Kudder hatte währenddessen keine Pause: Die Festbesucher schipperten unermüdlich über den See.
