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Es geht um ein paar Kilometer Schienen für die S-Bahn zwischen Nürnberg und Bamberg. Und die Frage, wo sie denn nun liegen sollen. In einer Kurve durch das Knoblauchsland, wie es der Freistaat Bayern will. Oder entlang der bestehenden Gleise, wie es sich die Stadt Fürth und ein Aktionsbündnis wünschen.
Zuletzt beschäftigte sich sogar der Petitionsausschuss des Bundestags mit dem Projekt und empfahl schließlich, die Trassenführung noch einmal zu prüfen. Die Gegner des Verschwenks verbuchten das sofort und lautstark als finalen Erfolg. Obwohl das Gremium eben nur das kann: Empfehlen, ohne bindenden Charakter.
Nach Auffassung der DB kam dieser Aspekt jedoch zu kurz. Genauso wie viele Argumente, die für den Verschwenk sprechen, wie Reiner Gubitz meint. Die hat der DB-Planungsingenieur und stellvertretende Projektleiter für die ICE-Strecke Nürnberg— Ebensfeld jetzt auf 42 Seiten noch einmal zusammengefasst, und folgt man den Erläuterungen des Dokuments, bleibt — wenig überraschend — nur die Verschwenk-Lösung übrig.
So würde der Ausbau entlang der bestehenden Strecke rund 48,5 Millionen Euro kosten, die Realisierung des Verschwenks wäre hingegen zehn Millionen Euro günstiger. Gleichzeitig sei der Flächenverbrauch geringer, würden weniger empfindliche Biotopflächen getroffen, gebe es weniger Schwierigkeiten mit dem Grundwasserschutz und den Vorkehrungen für Hochwasser, sei der Schallschutz unproblematischer. Vor allem aber besteht laut Gubitz am höheren verkehrlichen Nutzen des Verschwenks nach allen erdenklichen Berechnungen kein Zweifel. Die Behauptung, die Bahn wolle an der Station Steinach festhalten, obwohl der dort einmal geplante Gewerbepark längst vom Tisch ist, „ist deshalb schlicht falsch“.
Entgegen den Äußerungen vor dem Petitionsausschuss sei die Station Steinach auf den von der Stadt Fürth betriebenen Bebauungsplan und das Planfeststellungsverfahren zum Autobahnanschluss Steinach abgestimmt, für den nunmehr auch ein Beschluss vorliege. Von einem Halt „auf der grünen Wiese“ könne keine Rede sein. Auch die viel kritisierte Hochlage der S-Bahn im Bereich Steinach nehme Bezug auf die Randbedingungen des Fürther Bebauungsplans.
Vor allem sei der Verschwenk aber die einzige Möglichkeit, S-Bahn-, Regional-, Güter- und Fernverkehr wirkungsvoll zu entzerren und einmal einen „echten“ S-Bahn-Takt bis nach Bamberg fahren zu können. Deshalb sei die DB auch weiterhin der Meinung, dass der vom Land Bayern ursprünglich geplante Verschwenk richtig und nötig sei. „Entweder es gibt den Verschwenk oder keine S-Bahn nach Bamberg“, so Gubitz.
Dass der Streit auch nach einem Planfeststellungsbeschluss für den Verschwenk nicht enden wird, weiß er aber auch. Die Stadt Fürth hat für diesen Fall schon angekündigt, Klage einreichen zu wollen.

