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Die Sorge wird im oberen Pegnitztal meist nur hinter vorgehaltener Hand geäußert, doch das Unbehagen ist groß: Ende des Jahres 2012 läuft für das Wahrzeichen der Marktgemeinde der Pachtvertrag aus. Seit 1972 hatte die örtliche Kaiser Bräu die staatliche Immobilie unter ihren Fittichen und nicht unerhebliche Summen in das Gemäuer investiert. Im ehemaligen Herrenhaus der Burg entstand ein Hotel-Restaurant.
Jetzt schreibt die Bayerische Immobilienverwaltung das geschichtsträchtige Anwesen mitsamt 16620 Quadratmetern Grund für zunächst fünf Jahre („mit Verlängerungsoption“) neu zur Pacht aus. Angebote werden bis zum 30.Juni 2011 angenommen. Pachtbeginn: 1. Januar 2013.
Über diese Entwicklung ist man in Neuhaus alles andere als glücklich. Geradezu erschüttert ist Josef Laus, Geschäftsführer der Kaiser Bräu, über die starre Haltung des Freistaats. Nach 40-jähriger Pacht habe sich die Privatbrauerei aus Gründen der Planungssicherheit um eine vorzeitige Vertragsverlängerung bemüht, aber eine Abfuhr erhalten. Der bisherige Pächter könne sich ja unter die anderen Bewerber einreihen, hieß es. „So wird mit jemandem umgegangen, der sich 39 Jahre um eine staatliche Immobilie gekümmert hat“, empörte sich Laus gegenüber unserer Lokalredaktion in Pegnitz.
Auch den beiden Landtagsabgeordneten Kurt Eckstein (CSU) und Thomas Beyer (SPD) gelang es nicht, eine Lösung im Pachtstreit zu finden. Beyer sorgt sich noch aus einem anderen Grund um die Zukunft des Baudenkmals: Der Sozialdemokrat hat „Angst, dass die Vergangenheit der Burg die falschen Interessenten auf den Plan rufen könnte“.
In einer Anfrage für die Plenarsitzung des Landtags am kommenden Donnerstag will Beyer wissen, ob der Staatsregierung die Sonderstellung der NS-belasteten Burg bekannt ist. Und wie im Vergabeverfahren ausgeschlossen werden kann, „dass die Anlage zu Zwecken verwendet wird, die der rechtsstaatlichen Ordnung widersprechen“.
Veldenstein war 1939 in den Besitz der Familie Göring übergegangen, die damals schon jahrelang auf der Burg lebte. Nazi-Größe Hermann Göring, der einen Teil seiner Kindheit auf der Burg verbrachte und in Neuhaus zur Schule ging, ließ unter dem Herrenhaus einen bombensicheren Bunker anlegen, der heute noch existiert. Der selbst ernannte Reichsjägermeister kam regelmäßig zur Jagd nach Veldenstein. 1945 zog die US-Armee ein und suchte intensiv nach angeblich vergrabenen Kunstschätzen. 1950 wurde der Freistaat Eigentümer der Burg, die längst unter Denkmalschutz steht.

