Los ging für Tscheuschner der ungewöhnliche Wettstreit vor knapp drei Jahren, nach einem TV-Beitrag über die Berliner Brauerei Südstern. Der war es gelungen, ein Bier herzustellen, das es auf einen Alkoholgehalt von 27,6 Prozent brachte. „Meine Neugierde war geweckt“, erinnert sich Tscheuschner.
In seiner 1996 im Gunzenhausener Ortsteil Oberasbach gegründeten Brauerei machte er sich ans Werk und kreierte einen sogenannten Eisbock mit 31 Prozent Alkohol. Was danach folgte, beschreibt der Franke als Wettkampf mit der Brauerei Brew Dog aus Schottland. Die präsentierte in der Folge ebenfalls einen Eisbock — allerdings mit 32 Prozent Alkohol. Tscheuschner konterte mit einem 40-prozentigen Bier (wir berichteten).
Das Spiel habe sich eine Weile fortgesetzt, mit durchaus antideutschen Anklängen. So gaben die Schotten ihrem nächsten Knaller, einem Starkbier mit 41 Prozent, den Namen „Sink the Bismarck“ („Die letzte Fahrt der Bismarck“). Erinnern soll dieser Name an einen Kriegsfilm, in dem es um die Jagd der britischen Marine auf das deutsche Schlachtschiff Bismarck geht.
In diesem Jahr brachte schließlich Brew Dog ein Bier mit 55 Prozent Alkohol auf den Markt und erklärte kurzerhand den Wettstreit für beendet. „Das hab’ ich so nicht hingenommen und klargemacht: Es ist erst vorbei, wenn ich es sage“, erzählt der 44-jährige Tscheuschner. Also habe er den Rekord mit seinem auf minus 60 Prozent herunter gekühlten „Schorschbock 57“ erneut geknackt und hofft nun, dass damit endlich Ruhe einkehrt.
Mit natürlichen Zutaten sei damit wohl das obere Ende der Fahnenstange erreicht, ist sich der Brauer sicher. Um ein noch stärkeres Bier zu brauen, müsste künstlich Zucker verwendet und damit das deutsche Reinheitsgebot missachtet werden — und das kommt für Tscheuschner nicht infrage.
Jetzt aber ist erst einmal Schluss mit der Rekordjagd. Schließlich ist an dem Starkbier nichts verdient — auch wenn die Flasche 200 Euro kostet. Gebraut wurden von dem Weltrekordbier nämlich nur 36 Flaschen, und die sind mittlerweile alle verkauft — vorwiegend an begeisterte Sammler.

