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Gleich zweimal im abgelaufenen Jahr wurden die Neumarkter Bürger an die Wahlurne gerufen — und sie bestätigten mit deutlicher Mehrheit den amtierenden Oberbürgermeister Thomas Thumann (Freie Wähler) und in einem Bürgerentscheid auch seinen Kurs der Stadterneuerung.
Im Jahr 2012 regieren wieder ausschließlich die großen Zahlen, die mit großen Investitionen für große Vorhaben verbunden sind. Bei außerordentlich guten Steuereinnahmen und einem prall gefüllten Stadtsäckel lässt sich gut planen. Deutlich über 110 Millionen Euro haben die Neumarkter auf der hohen Kante, eine Nachricht, die sie allerdings nicht gern hinausposaunen.
Bei einem Bürgerentscheid im September bekam die Bürgerinitiative, die mit dem Slogan warb, die Altstadt schützen zu wollen, eine herbe Abfuhr. Bei einer erstaunlich hohen Wahlbeteiligung erzielte das Ratsbegehren fast 90 Prozent Zustimmung. Damit war der Weg frei gemacht worden für den Neuen Markt am Unteren Tor, unmittelbar am Rand der Altstadt. Dort plant das Neumarkter Bauunternehmen Max Bögl gemeinsam mit der Firma Multi Development ein Einkaufszentrum, Wohnhäuser, ein Hotel, Büros und Praxen.
Die Investoren wollen heuer loslegen und das 60-Millionen-Projekt bereits 2013 fertig haben. Als flankierende Maßnahme muss die Stadt den Verkehr in diesem Bereich in den Griff kriegen. Im Rekordhaushalt von 135,1 Millionen Euro sind erkleckliche Summen dafür vorgesehen. Eine Entscheidung, wie der Neue Markt an die Altstadt angebunden wird, soll Anfang des neuen Jahres fallen.
Es ist noch nicht offiziell, aber die Stadt verabschiedet sich mit großer Wahrscheinlichkeit vom Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks. Obwohl man planerisch die Dimension der Anlage reduziert und damit auch die Baukosten von ursprünglich 30 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro gesenkt hat, kann das Projekt aller Voraussicht nach nicht gerettet werden.
Ähnliches gilt für die noch unter dem früheren Oberbürgermeister und heutigen CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl geplante und eigentlich auch vom Stadtrat beschlossene Stadthalle. Doch das tolle Konzept leidet unter der ungeklärten Frage nach dem Bedarf und der Behauptung, der Stadthalle würden große Teile des Stadtparks zum Opfer fallen. Diese Unwahrheit hält sich hartnäckig in der Bürgerschaft.
Profaner, aber vermutlich doch um einiges wichtiger ist es, die Trinkwasserversorgung der Stadt auf ein zweites Bein zu stellen. Zahlreiche Möglichkeiten wurden in den vergangenen zehn Jahren untersucht. 2011 hat die Kommune einen Vertrag mit der Laber-Naab-Gruppe geschlossen, die sozusagen in Trinkwasser schwimmt. Allerdings muss eine große Entfernung überwunden werden, um die Hochbehälter zuverlässig zu füllen.
Das macht umfangreiche Baumaßnahmen auch durch die Versorgungsgruppe selbst nötig. Die Stadt Neumarkt borgt ihren Stadtwerken zehn Millionen Euro, die der Laber-Naab-Gruppe zugeschossen werden. Verloren ist das Geld nicht. Es wurde in den über 50 Jahre laufenden Liefervertrag eingerechnet.
Keine Erwähnung im Haushalt 2012 findet das Ganzjahresbad. Es zu bauen, ist jedoch Wille einer großen Mehrheit aus allen Parteien im Stadtrat. Im neuen Jahr werden deshalb einige Entscheidungen fallen müssen, um das viele Millionen Euro teure Unterfangen voranzutreiben.
Als nächster Teil der Serie erscheint ein kommunalpolitischer Hintergrund über Schwabach.

