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Der frühere bayerische Landesbischof Johannes Friedrich hat im mittelfränkischen Bertholdsdorf (Landkreis Ansbach) seine neue Stelle als Dorfpfarrer angetreten. Der 63-jährige Protestant will dort bis zu seiner Pensionierung die 712 Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde betreuen.
Friedrichs offizielle Amtseinführung ist allerdings erst für diesen Sonntag (5. Februar) geplant. Sein Predigtthema steht schon fest: „Ich werde über Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sprechen.“ Friedrich hatte das Amt des evangelisch-lutherischen Landesbischofs zwölf Jahre inne.
Auf die Gottesdienste in seiner neuen Gemeinde freue er sich besonders: „Ich habe zwölf Jahre lang jeden Sonntag woanders gepredigt. Künftig predige ich an einem Ort, wo ich die Menschen kennenlernen kann“, sagte er. Neben der Gestaltung des Gottesdienstes sei es ihm wichtig, die Leute vor Ort zu erreichen. Darum wolle er sich in den kommenden Monaten bemühen.
Friedrich hat in Bertholdsdorf unweit von Friedrichs Wohnort Wernfels (Landkreis Roth) allerdings nur eine halbe Pfarrstelle inne. Mehr stehe einer Gemeinde dieser Größenordnung nicht zu, erläuterte Friedrich. Die andere Hälfte fülle er mit Aufgaben als Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus. Dort sei er weiterhin zuständig für das Arbeitsfeld Jerusalem. Außerdem leitet Friedrich weiterhin die Deutsche Bibelgesellschaft.
Gleich der erste Tag als Pfarrer von Bertholdsdorf war nach Friedrichs Angaben mit Terminen vollgepackt. So sei er zum Mittagessen beim katholischen Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke eingeladen gewesen. Am Nachmittag habe er seinen ersten Konfirmandenunterricht in seiner neuen Gemeinde abgehalten.
Schließlich habe er auch einen ersten Besuch bei einem Gemeindeglied absolviert: Der Organistin Ingrid-Maria Schütz habe er zum 70. Geburtstag gratuliert. Am Vormittag habe er zahllose Telefonate geführt. „Schon der erste Tag ist ein ausgefüllter Tag – und das ist sehr schön““, sagte der Geistliche.

