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Drei Kronen — von den Heiligen Drei Königen rührt der Name des schmucken Brauereigasthofs in Memmelsdorf bei Bamberg her. Zu Ehren der drei Weisen aus dem Morgenland wird hier abwechselnd ein Sud angesetzt, heuer ist das Caspar-Schwarzbier an der Reihe.
Es ist eine dieser feinen Spezialitäten aus einer dieser kleinen Braustätten mit langer Tradition, wie man sie in Franken kennt. Seit dem Jahr 1457 dampft bei den Drei Kronen in Memmelsdorf der Sudkessel, in der dritten Generation ist die Familie Straub für das Gebräu verantwortlich.
Natürlich wird auch Rauchbier ausgeschenkt, neben Lagerbier eine der typischen Biersorten im Raum Bamberg. Rauchbier bekommt seine charakteristische Note, indem man Malz über einem Buchenholzfeuer darrt; Lagerbiere sind oft unfiltriert, also naturtrüb, und heißen Kellerbier, wenn sie auch noch kohlensäurearm („ungespundet“) sind.
Brauer Hans-Ludwig Straub hat die Wesenszüge der beiden Biere vereint. Sein „Stöffla“ ist ein ungefiltertes Keller-Rauchbier, das erste dieser Art im Bier-Stammland Franken. Bierkenner wie Straub loben „den angenehmen Rauchanteil, der eine würzige Note ins Bier bringt“.
Mit einem Jahresausstoß von rund 400 Hektolitern zählen die Drei Kronen zu den Winzlingen in der Branche. Wie Straub stemmen sich auch die anderen fränkischen Braustätten recht erfolgreich gegen sinkenden Bierkonsum und Brauereisterben, gegen Mode- und sogenannte Fernsehbiere, die den Markt überschwemmen.
„Franken hat noch rund 300 Brauereien“, sagt Landbier-Chef Joachim Glawe, der im Raum Nürnberg einen Getränkehandel und einige Gaststätten betreibt. Wie viele Biersorten es in der Region noch gibt, ist nach seinen Worten schwer zu schätzen, weil einige Spezialbiere nur saisonal hergestellt werden. Glawe: „Mit großer Sicherheit sind es weit über tausend.“ Allein in Bamberg produzieren neun Sudstätten um die 50 Biersorten.
Ein Sonderfall ist Oberfranken nicht allein deswegen, weil es über die weltweit größte Brauereidichte verfügt. Aufseß in der Fränkischen Schweiz wird seit Jahren im Guinness-Buch der Rekorde als jene Gemeinde geführt, die — auf die Einwohnerzahl bezogen — die meisten Brauereien hat, nämlich vier.
Das ist längst noch nicht alles. Als ältestes noch aktives Sudhaus gilt die Klosterbrauerei Weißenohe bei Gräfenberg, wo Mönche im Jahr 1100 die Tradition des Biersiedens begründeten. In dieser Gegend verläuft einer der vielen genussreichen Wanderwege: Mit dem Fünf-Seidla-Steig lassen sich auf 15 Kilometern nicht weniger als fünf Brauerei-Gasthöfe besuchen — wo gibt es das sonst noch?
Auch eine fränkische Rarität ist das Kommunbrauwesen mit den „Kommunarden“ in Neuhaus/Pegnitz und dem „Flindern“ in Pegnitz. Und von der Stadtbrauerei Spalt heißt es, sie sei seit 2006 die letzte kommunale Brauerei Deutschlands — mit den Bürgern als Brauereibesitzern und dem Bürgermeister als Geschäftsführer.
Seit das Bier den Wein im 16.Jahrhundert als Volksgetränk ablöste, haben Geschmack und Preis des Gerstensafts immer wieder für Zündstoff gesorgt. Bisweilen kam es zu regelrechten Bierkrawallen.
Legendär ist der Bamberger Bierkrieg von 1907. Als die Brauer damals den Preis fürs Seidla von zehn auf elf Pfennig nach oben drückten, schäumten die Bürger. Mit ihnen rebellierten einige Gastwirte, die ihr Bier kurzerhand zum alten Preis aus Forchheim bezogen. Es dauerte nur eine Woche, dann zeigte der Boykott Wirkung: Die Bamberger Brauereibesitzer mussten klein beigeben und die Preiserhöhung zurücknehmen.
Die Glosse: Von Druiden und Franken
www.fraenkische-schweiz.com
www.bierland-oberfranken.de
www.bierregion-franken.info

