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Freistaat will Hotel am Obersalzberg abstoßen

Finanzminister: Strategie grundsätzlich richtig - Engagement zu groß - 27.05.2009

MÜNCHEN  - Bayern will mittelfristig aus dem umstrittenen Hotelprojekt auf dem Obersalzberg aussteigen. Finanzminister Georg Fahrenschon sagte, er werde mit der Bayerischen Landesbank über entsprechende Szenarien verhandeln.

Musiker gehen 2005 am InterContinental-Hotel «Resort Berchtesgaden» nach der offiziellen Eröffnung vorbei. Das umstrittene Luxushotel Intercontinental auf dem einstigen Hitler-Refugium Obersalzberg ist auch vier Jahre nach der Eröffnung bei Gästen nicht der Renner.
Musiker gehen 2005 am InterContinental-Hotel «Resort Berchtesgaden» nach der offiziellen Eröffnung vorbei. Das umstrittene Luxushotel Intercontinental auf dem einstigen Hitler-Refugium Obersalzberg ist auch vier Jahre nach der Eröffnung bei Gästen nicht der Renner.
Foto: dpa

Die Landesbank hat, wie berichtet, auf Druck des Finanzministeriums hin über ihre Tochter Gewerbegrund das Haus mit 138 Doppelzimmern und zehn Suiten finanziert und das finanzielle Risiko übernommen. Die Hotelkette Interconti stellt gegen eine Gebühr lediglich Hotelmanager, Hotelnamen und das eigene weltweite Buchungssystem. Seit Eröffnung des 50 Millionen Euro teuren Komplexes vor vier Jahren belaufen sich die Verluste auf 15 Millionen Euro.

«Übergroße Beteiligung zurückfahren«

«Mittelfristig ist es die Herausforderung«, sagte Fahrenschon, «dass der Freistaat sich aus dem Projekt zurückzieht oder seine übergroße Beteiligung zurückfährt.« Grundsätzlich halte er für richtig, dass der Freistaat mit einem Dokumentationszentrum an die Nazizeit erinnert und gleichzeitig mit dem Hotel den Tourismus im Berchtesgadener Land unterstützt. «Das hat sich bewährt«, sagte er.

Die Opposition im Landtag reagierte verärgert. «Wie in vielen anderen Fällen wurde auch hier die Landesbank für die Interessen von CSU-Ministern eingespannt und in millionenschwere Verluste getrieben«, kritisierte SPD-Fraktionschef Franz Maget. Weil dies der Öffentlichkeit verborgen bleiben sollte, sei Fahrenschon «für den Vorsitz der BayernLB gänzlich ungeeignet.« 

Roland Englisch



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