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Für die zuletzt nicht immer erfolgsverwöhnte Ferienregion lag die Zahl der Übernachtungen 2011 um 6,4 Prozent über dem Vorjahreswert — ganz beachtlich angesichts einer bayernweiten Steigerungsrate von vier Prozent.
Natürlich wirkte sich das Jubiläum „25 Jahre Seenland“ positiv aus. Niederprüm sieht aber insgesamt Fortschritte im Bemühen, die Attraktivität der Urlaubsregion zu erhöhen. Die will künftig weniger stark auf den Badetourismus in den Sommermonaten setzen und sich etwa mit seinem Jahresthema „Geheimnisvolles Seenland“ 2012 für große und kleine Entdecker empfehlen.
Noch besser als im Seenland lief das vergangene Jahr im benachbarten Naturpark Altmühltal. Gut acht Prozent mehr Übernachtungen zeigen: Die Ferienregion ist beliebt wie selten zuvor. Dank guter Wirtschaftsdaten ist das Altmühltal auch für Geschäftsreisende wieder eine gute Adresse: „Der Kongress- und Tagungstourismus hat angezogen“, erläutert Christoph Würflein, Chef der Tourismuszentrale in Eichstätt.
Weitere Faktoren spielten für die hervorragende Jahresbilanz eine Rolle. „Der Deutschland-Tourismus erlebt eine Renaissance“, sagt Würflein, „radeln und wandern stehen hoch im Kurs.“ Die Welt der Fossilien im Altmühltal und die Geschichte der Römer sind seiner Überzeugung nach Pfunde, mit denen das Urlaubsgebiet noch kräftig wuchern kann.
Zusammen mit dem Seenland und der Ferienregion Romantisches Franken setzt das Altmühltal heuer auf einen vielversprechenden Trend: EBikes sind der Renner, und deshalb will man für die Fahrräder mit Elektroantrieb gemeinsam ein dichtes Netz an Lade- und Mietstationen aufbauen. „Eine Zusammenarbeit dreier fränkischer Urlaubsgebiete in diesem Umfang hat es noch nicht gegeben“, sagt Würflein.
Natürlich hat auch dem Altmühltal das Wetter in die Karten gespielt. Wie der Fränkischen Schweiz, die es bei den Übernachtungen immerhin noch auf ein Plus von 4,5 Prozent bringt. „Der Herbst war ideal für Wanderer. Wir können sehr zufrieden sein“, sagt Reinhard Löwisch von der Tourismuszentrale in Ebermannstadt. Löwisch hofft, dass der eine oder andere Besucher der Landesgartenschau in Bamberg den Weg in die Fränkische Schweiz findet, die heuer ein Jubiläum feiert: Vor 200 Jahren ist der Name der Region erstmals in einem Reiseführer aufgetaucht.
Nur der Klettertourismus könnte besser laufen, meint Löwisch: Die doch sehr naturverbundenen Sportler geben sich in der Regel mit Einfachquartieren zufrieden und verköstigen sich oft selbst.
An der Spitze der Statistik fürs Tourismusjahr 2011 stehen die Haßberge (plus 9,1 Prozent bei den Übernachtungen) und der Spessart (plus 10 Prozent). Beim Steigerwald (plus 7,9 Prozent) dürfte die Diskussion um die Anerkennung der alten Buchenbestände als Nationalpark mehr Gäste angelockt haben.
Branchenkenner strahlen für das Jahr 2012 Zuversicht aus: „Auf die Reiselust der Deutschen können wir uns verlassen“, heißt es. Die fränkischen Ferienregionen dürfte die Einschätzung freuen, dass die Urlauber wieder gerne auf die Heimat schauen.

