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Holzreiches Bayern wartet mit Naturhaus auf

Acht Stockwerke weist das höchste umweltfreundliche Gebäude Deutschlands auf: Es entsteht in Bad Aibling - 19.09. 16:00 Uhr

Bad Aibling  - In Oberbayern entsteht gerade ein Holzhaus der Superlative: Extrem kurze Bauzeit, umweltfreundlich und laut Architekt das höchste Holzhaus Deutschlands. Medien sprechen von einem „architektonischen Meilenstein“, auch Experten halten das Konzept für zukunftsweisend.

Soe sieht es aus: Das höchste Holzhaus Deutschlands steht in Bad Aibling. Demnächst soll es bezogen werden.
Soe sieht es aus: Das höchste Holzhaus Deutschlands steht in Bad Aibling. Demnächst soll es bezogen werden.
Foto: dpa
Soe sieht es aus: Das höchste Holzhaus Deutschlands steht in Bad Aibling. Demnächst soll es bezogen werden.
Soe sieht es aus: Das höchste Holzhaus Deutschlands steht in Bad Aibling. Demnächst soll es bezogen werden.
Foto: dpa

Endspurt am bayerischen Rekord-Holzhaus: In rasantem Tempo wird in Bad Aibling (Kreis Rosenheim) ein Gebäude gebaut, das laut Architekt mit knapp 25 Metern das höchste Holzhaus in Deutschland sein wird. „Der Bau selbst hat nur ein paar Wochen gedauert“, sagt Sebastian Pint vom Münchner Architekturbüro Schankula. Weil die Wände und Decken aus Nadelholz vorgefertigt wurden, wuchs das Haus im Schnitt alle zwei Tage um ein Geschoss. Derart kurze Bauzeiten seien mit konventioneller Bauweise nicht denkbar, sagt Pint. „Gerade in beengten Städten wäre es natürlich toll, Baustellen so schnell über die Bühne zu bringen.“ Schon deshalb ist für ihn Holz ein zukunftsträchtiger Baustoff. Noch sind Arbeiter mit dem Innenausbau beschäftigt. Aber schon bald sollen hier laut Pint auf acht Stockwerken die ersten Wohnungen und Büroräume bezogen werden. Für den Architekten hat das Wohnen zwischen Massivholzwänden und Holzdecken eindeutige Vorteile: „Die Räume aus Holz haben eine besondere Atmosphäre, binden Kohlendioxid und schaffen ein hervorragendes Raumklima.“


Rund 570 Kubikmeter Nadelholz wurden für den Neubau verwendet. Zuständig dafür war die Firma „Huber & Sohn Holzbau“ in Bachmehring (Kreis Rosenheim). „Die Holzmenge entspricht 200 bis 250 Fichten“, erklärt Chef Josef Huber. In ganz Bayern wachse diese Menge an Bäumen in lediglich einer Viertelstunde nach: „Im Freistaat wachsen stündlich 3600 Kubikmeter Holz nach.“

Trend zum Haus aus Holz steigt

Der Auftrag in Bad Aibling war auch für ihn eine große Herausforderung. „Zum einen, weil es das höchste Holzhaus Deutschlands ist, zum anderen, weil es hierzulande bislang keine Holzfassade gibt, die sich über so viele Stockwerke erstreckt.“ Für Herbert Borchert vom bayerischen Forstministerium liegt im Holzbau großes Potenzial. Bislang sind ihm zufolge in Bayern nur 17 Prozent der Eigenheime aus Holz gebaut, obwohl es im holzreichsten Bundesland noch große Kapazitäten gebe. Architekt Pint zufolge herrscht allerdings ein deutlicher Trend zum Haus aus Holz: „Die Nachfrage steigt stetig, in Zukunft wird der Anteil an Holzhäusern mit Sicherheit wachsen.“ Im Gewerbebau ist diese Entwicklung laut Borchert bereits in vollem Gang. Im Jahr 2003 habe der Anteil der Holzbauten neun Prozent ausgemacht, 2010 bereits 19 Prozent. Medien sprechen aus diesen Gründen bei dem Rekord-Haus von einem „architektonischen Meilenstein“.

Ganz ohne Beton kommt aber auch dieses Objekt nicht aus: Das Treppenhaus ist aus Stahlbeton – zum einen aufgrund der Statik, zum anderen wegen der Brandschutzverordnung. Die Kosten für das Projekt belaufen sich dem Auftraggeber zufolge, dem Dienstleister für Wohnungswirtschaft „B&O“, insgesamt auf rund 2,8 Millionen Euro. Das sei zwar deutlich teurer als ein konventioneller Bau, in Zukunft würden sich die Preise jedoch angleichen. Das Gebäude aus nachwachsenden Rohstoffen steht inmitten einer „Null-Emissions-Siedlung“ auf dem Gelände des ehemaligen US-Stützpunktes in Bad Aibling. Nach „B&O“-Angaben wird es rein mit regenerativen Energien versorgt und hat einen sehr niedrigen Energieverbrauch. Die gesamte Siedlung solle in den nächsten Jahren weiter wachsen, sagte „B&O“-Sprecherin Evelyn Gorgos – unter anderem sind weitere Holzbauten geplant. 



dpa

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