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In Fürth bahnt sich der Umschwung an

Zwei große Einzelhandelsprojekte im Zentrum sind in Planung - 09.08. 09:00 Uhr

FÜRTH  - Fürth darf auf den Umschwung in der seit Jahren vor sich hin dämmernden Innenstadt hoffen — und diesmal mit allem Recht: Vor der Sommerpause hat der Stadtrat einem Unternehmen den Zuschlag für Bau und Betrieb eines neuen „Einkaufsschwerpunkts“ im Zentrum erteilt. Gleichzeitig zeichnet sich die Modernisierung des 26 Jahre alten City-Centers ab.

Links und rechts der Fürther Rudolf-Breitscheid-Straße  ist ein neuer Einzelhandelskomplex geplant, dem unter anderem das markante Park-Hotel (hinten links) weichen muss.
Links und rechts der Fürther Rudolf-Breitscheid-Straße ist ein neuer Einzelhandelskomplex geplant, dem unter anderem das markante Park-Hotel (hinten links) weichen muss.
Foto: Hans-Joachim Winckler

„Das ist eine reife Leistung von uns allen gemeinsam.“ Mit diesen Worten kommentiert Oberbürgermeister Thomas Jung, was in den vergangenen Monaten in der Kleeblattstadt möglich gemacht wurde. Mit drei potenziellen Investoren verhandelte die Kommune in einem sogenannten wettbewerblichen Dialog über den Bau eines neuen, rund 12000 Quadratmeter umfassenden Einzelhandelskomplexes links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße, also an prominentester Stelle der Stadt.



Das Ungewöhnliche daran: In einem Projektbeirat wurden jene Kritiker einer Bürgerinitiative eingebunden, die sich noch vor zwei Jahren vehement gegen andere Pläne für ein in ihren Augen viel zu großes Einkaufszentrum an gleicher Stelle gestemmt hatten. Ihre Argumente fanden diesmal Gehör, was am Ende herauskam, bekommt fast ausnahmslos Applaus. Angesichts der Brisanz, die das Projekt zuvor hatte, reiben sich viele verdutzt die Augen.

Den Zuschlag erhielt am Ende der Berliner Projektentwickler MIB, der sich bereits mit der Umwandlung des früheren AEG-Geländes in Nürnberg einen Namen gemacht hat. MIB konzipiert nun für rund 50 Millionen Euro ein Ladenzentrum, das sich harmonisch in die vorhandene Altbausubstanz einfügen, das die Architektursprache der „Denkmalstadt Fürth“ aufnehmen soll.

Die Fertigstellung ist 2014 geplant, Raum möchte man vor allem für das schaffen, was es im kleinteiligen Fürth bisher kaum gibt: große Textilanbieter, die derzeit noch weitgehend in die Nachbarstädte abfließende Kaufkraft wieder vor Ort binden.

Dass diese Kaufkraft in Fürth vorhanden ist wie kaum andernorts, betont auch Miro Vorbauer immer wieder. Vorbauer ist Chef des Münchner Immobilienunternehmens TKN und hat im April den nächsten kaum noch für möglich gehaltenen Coup in der Fürther Innenstadt geschafft: Er kaufte für 20 Millionen Euro das angejahrte City-Center und scheint nun mit Energie die dringend nötige Modernisierung der 26000 Quadratmeter Verkaufsfläche anzubahnen. Geschätzte Umbaukosten: weitere 50 Millionen Euro.

Stadt wachgeküsst

Im Frühjahr 2012 soll der Startschuss fallen, schon ein Jahr später ist die Eröffnung eines Centers geplant, wie man es in Fürth, das zum Leidwesen vieler Einheimischer stark durch Billiganbieter geprägt ist, bis dato nicht kannte: Namhafte Filialisten im „mittel- bis hochpreisigen Bereich“ sind hier vorgesehen. Die Nachfrage aus der Branche sei enorm, heißt es.

Dass sich City-Center und der nur einen Steinwurf entfernte, neue Einkaufsschwerpunkt Konkurrenz machen könnten, glauben übrigens beide Seiten nicht — im Gegenteil: „Fürth braucht beide Angebote dringend“, ist sich Vorbauer sicher. „Die Stadt muss insgesamt aus dem Märchenschlaf wachgeküsst werden.“ 



WOLFGANG HÄNDEL



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Kurzbeschreibung:
Fürth kämpft mit aller Kraft um die Aufwertung der Innenstadt, ein neues Geschäftszentrum und die Modernisierung des City-Centers sind geplant. Ist endlich mehr Attraktivität beim Einkaufsangebot in Sicht?