Fränkische Frauentracht, geschneidert nach historischen Vorlagen, ist seit einem Jahr der Renner, Rund 150 Exemplare haben Evelyn Gillmeister-Geisenhof, die Leiterin der Trachtenforschung des Bezirks in Heuberg bei Weißenburg, und ihr Team bereits gefertigt und an heimatverbundene Damen in der ganzen Region verkauft. Neue Bestellungen trudeln ständig ein. Zwei Einrichtungen der Lebenshilfe sind mit Nadel und Faden am Werk und fertigen Korsagen und Röcke.
Statt Dirndl und Lederhosen soll fränkische Ware künftig Festzelte und Feiern zwischen Treuchtlingen und Uffenheim dominieren, heißt das Ziel der Trachtenforscher. Und es sieht so aus, als ob die Kleidung, die sich an Original-Vorlagen aus dem 19. Jahrhundert orientiert, auf dem Vormarsch ist. „Die Männer stehen auch schon in den Startlöchern“, versichert Gillmeister-Geisenhof.
Deshalb hat sie nun zwei unterschiedliche Jackenmodelle („Leonhard“ und „Wunibald“) und die Weste „Gustav“ in verschiedenen Farben entworfen, die die Herren schmücken sollen. Farben und Tuch sind dabei variabel wählbar. Wie schon bei der Frauentracht, hat Gillmeister-Geisenhof auch bei der Männermode einige Zugeständnisse an die Gegenwart gemacht.
Ist es bei den Damen das Dekolleté, das heutzutage etwas tiefere Einblicke gibt als im Original, so ist es bei den Herren die Weste, die um die Taille deutlich breiter gearbeitet ist. „Damit sich die Männer auch ordentlich auf den Biertisch fläzen können“, begründet die Fachfrau.
Im Gegensatz zur Frauentracht waren die Männer frankenweit recht einheitlich gekleidet. Allenfalls bei der Farbgebung schlugen sich regionale und religiöse Besonderheiten nieder.
Die moderne Tracht der Männer muss buchstäblich ohne Hose auskommen: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzten sich auch in diesem Landstrich langsam die langen Röhrenhosen durch und verdrängten die klassischen Kniebundhosen. Da biete es sich an, eine „normale schwarze Hose“ zum maßgeschneiderten Jackett samt Weste anzuziehen, rät die Trachtenforscherin. Oder, auch das ist erlaubt, eine Jeans! So weit weg vom Original sei diese nicht.
Die Kosten für das Jackenmodell liegen je nach Stoffqualität zwischen 220 und 260 Euro, die Trachtenwesten kosten rund 80 Euro.
Eine Frauentracht kostet zwischen 250 und 300 Euro. Für diesen Preis wird die Kleidung den Kunden auf den Leib geschneidert.
Weitere Informationen bei Evelyn Gillmeister-Geisenhof unter der Telefonnummer (0941/908688).

