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Jeder vierte neue "Bayer" ist Migrant

Ohne Zuwanderer würde Bayern deutlich schrumpfen - 07.09.10

MÜNCHEN  - In zehn Jahren wird fast jeder vierte Einwohner Bayerns einen Migrationshintergrund haben. Die Quote dürfte im Jahr 2020 etwa 23 Prozent erreichen, heute liegt sie bei 19 Prozent.


Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellt in München den Bericht "Vorausberechnung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Bayern bis 2020" vor.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellt in München den Bericht "Vorausberechnung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Bayern bis 2020" vor.
Foto: dpa

Das geht aus einer aktuellen Vorausberechnung des Landesamtes für Statistik hervor, die Innenminister Joachim Herrmann und Sozialministerin Christine Haderthauer vorstellten. Herrmann sagte, im Vordergrund müsse die Integration der bereits hier lebenden Menschen stehen. Das sei eine große Aufgabe, „eine weitere massenhafte Zuwanderung würde die Integrationsfähigkeit überfordern“. Für die kommenden zehn Jahre dürfte die Bevölkerung um ein Prozent auf dann 12,7 Millionen Einwohner wachsen.

„Die Zunahme wird dabei von den Personen mit Migrationshintergrund getragen“, so Herrmann. Bei ihnen werde ein Anstieg um über 20 Prozent auf fast drei Millionen im Jahre 2020 erwartet. Die einheimische Bevölkerung dürfte um etwa vier Prozent auf 9,7 Millionen zurückgehen. „Wir müssen die Integration ernst nehmen“, unterstrich Herrmann. Es sei„ unübersehbar, dass wir unter denen, die nicht integriert sind, einen weit überproportionalen Anteil an Muslimen haben.“ Er forderte alle Einwanderer auf, sich bestmöglich zu integrieren.

Sprache eine „Bürgerpflicht“

Sozialministerin Haderthauer betonte auch die Verantwortung der deutschen Gesellschaft. „Das innere Ja zu einer Gesellschaft kann nur entstehen, wenn die Gesellschaft auch zu dir ja sagt.“ An der deutschen Sprache gehe aber nichts vorbei. Sie sei eine „Bürgerpflicht“. „Multikulti ist das größte bundespolitische Integrationshindernis der letztes Jahre“, sagte Haderthauer. Sie wünscht sich, dass auch Integrationserfolge hervorgehoben werden. Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln seien heute Leistungsträger unserer Gesellschaft.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick warnte vor einer Verengung der Integrationsdebatte auf Ausländer. Mangelhaft integriert seien auch viele Deutsche. „Auch Behinderte, Langzeitkranke, Alte und kinderreiche deutsche Familien sind zu wenig integriert“, meinte Schick. „Sich über Sarrazin zu entrüsten, ihn rauszuschmeißen und dann zur Tagesordnung überzugehen, wäre fatal. Handeln im Sinn einer gemeinwohlorientierten Integration ist gefordert“, erklärte der Erzbischof. 





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