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Das Menü der „Villa Mittermeier“ in Rothenburg ist ein Gedicht: „Ravioli vom Kaisergranat mit Spinatbiskuit und Trauben. Fränkischer Sauerbraten mit Einkorn-Pfefferkruste, Steckrüben und Buchteln.“ Als Dessert wird serviert: „Délice von Erdbeer und Schokolade mit Kreuzkümmel und Ziegenfrischkäse.“ Für so viel Gaumenfreuden belohnten die Restaurant-Kritiker von „Michelin“ den Küchenchef Mathias Apelt mit einem Stern.
Bayern ist, wenn man sich vom „Guide Michelin 2011“ leiten lässt, überhaupt eine erstklassige Adresse für Gourmets: Hier gibt es nach Baden-Württemberg (54) die meisten guten Lokale (37). Und das nicht nur im feinen München, auch in Nürnberg und Regensburg: In der Domstadt hat der 27-jährige Küchenchef vom „Historischen Eck“, Anton Schmaus, soeben nach den Sternen gegriffen — und gleich 18 Monate nach der Eröffnung seines Lokals einen erhascht.
Zwei Sterne erfolgreich verteidigt haben Andree Köthe und sein Kollege Yves Ollech vom „Essigbrätlein“ in Nürnberg. Köthe, der regelmäßig auf der „Essen und Trinken“-Seite unserer Zeitung ein Rezept empfiehlt, konnte mit seiner Gewürzküche — das sind innovative und aromenreiche Speisen — auf ganzer Linie überzeugen. Einen großen Verlust müssen Feinschmecker aus der Region dennoch hinnehmen: Nach dem Wegzug von Sternekoch Fabian Feldmann ist das „Gastronomique“ in Heroldsberg (Kreis Erlangen-Höchstadt) geschlossen. Den Kochkünstler und seine Familie zog es nach Frankreich.
Doch Genießeradressen ohne Stern, empfohlen von den Michelin-Inspektoren, gibt es glücklicherweise viele und überall. Die so genannten „Bib Gourmands“ — gute, besonders preiswerte Restaurants — reichen von Ansbach über Cadolzburg, Erlangen, Forchheim bis Hersbruck.

