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Landmarken für die Energiewende

Kommunen und Landkreise in der Metropolregion spielen aktive Rolle - 20.04.2012

Windkraftwerke, Solarparks, Biogasanlagen: Der Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen kommt in Zukunft eine Schlüsselrolle zu. Auch die Wasserkraft — hier eine Staustufe in Fürth — ist noch ausbaufähig.

Windkraftwerke, Solarparks, Biogasanlagen: Der Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen kommt in Zukunft eine Schlüsselrolle zu. Auch die Wasserkraft — hier eine Staustufe in Fürth — ist noch ausbaufähig. © Hans-Joachim Winckler


Wer in Neumarkt eine grüne Hausnummer hat, darf ein ruhiges Öko-Gewissen haben: Grüne Hausnummer nennt sich eine Auszeichnung, die von der Stadt für umweltgerechtes Bauen und klimafreundliches Wohnen an Privatleute verliehen wird. Stolze Hausbesitzer hängen sich das Gütesiegel gerne neben die Eingangstür, sagt der Neumarkter Oberbürgermeister Thomas Thumann.

Folgt man Thumann, ist die oberpfälzische Stadt nachgerade ein grüner Musterfall. Auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune sollen bis zum Jahr 2050 der Energieverbrauch um die Hälfte gekappt und 95 Prozent des Treibhausgases Co2 eingespart werden. Die Stadtwerke investieren kräftig in die Windkraft und an der Bahnstrecke Regensburg—Nürnberg entsteht eine großdimensionierte Photovoltaikanlage, die auch als Lärmschutzwand für benachbarte Wohnhäuser dient. Weiteres Schlüsselprojekt ist ein Biomasseheizkraftwerk.

Weil Neumarkt finanziell auf Rosen gebettet ist, kann die Stadt jährlich eine Million Euro an Zuschüssen für energetische Gebäudesanierungen an Hausbesitzer ausschütten. Es reicht eben nicht aus, den Bürgern nur Beratung anzubieten, meint Thumann und fordert auch eine stärkere Förderung durch Bund und Land.

 

 

Finanzieller Anreiz wichtig

Zu energieeffizientem Handeln werden die Bürger weniger aus purem Idealismus, sondern eher durch finanzielle Anreize bewegt, ist auch der Bayreuther Regionalmanager Bernd Rothammel überzeugt. Nicht nur deswegen türmen sich beim energiepolitischen Umbau gewaltige Probleme auf, die die Potenziale der kommunalen Ebene überfordern, mahnt Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke.

Immerhin, so Bambergs Landrat Günter Denzler, hat inzwischen „der letzte Bürgermeister begriffen, dass die Energiewende das zentrale Zukunftsthema ist“. Sein Landkreis hat 2008 mit der Stadt Bamberg eine für ganz Bayern beispielhafte Klimaallianz gegründet. Zusammen will man bis 2035 den Strom- und Wärmebedarf komplett aus erneuerbaren Quellen decken.

 

  

HORST M. AUER

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