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Mäusekot und Speisereste

Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten gegen Müller-Brot - 03.02. 13:29 Uhr

NEUFAHRN  - Staatsanwälte haben Müller-Brot bereits seit vorigem Sommer im Visier. Schon im Mai 2011 wurden die Ermittler eingeschaltet. Sie sprechen von einem ständigen Auf und Ab bei den Bemühungen um die Beseitigung der Hygienemängel. Politiker fordern volle Aufklärung.

Der Staatsanwalt ermittelt: Eine Filiale des Großbäckers in München.
Der Staatsanwalt ermittelt: Eine Filiale des Großbäckers in München.
Foto: dpa
Der Staatsanwalt ermittelt: Eine Filiale des Großbäckers in München.
Der Staatsanwalt ermittelt: Eine Filiale des Großbäckers in München.
Foto: dpa

Gegen die geschlossene Großbäckerei Müller-Brot ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits seit fast neun Monaten. Das Landratsamt Freising wies die Staatsanwaltschaft Landshut schon am 10. Mai 2011 auf Hygienemängel in dem Neufahrner Betrieb hin, wie Oberstaatsanwalt Markus Kring sagte. „Es wird wegen des Inverkehrbringens von Lebensmitteln ermittelt, die für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet sind.“

Der Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
(LGL), Andreas Zapf, sagte, man habe
wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen
gefunden. Die Anlagen seien daraufhin gereinigt worden, später sei
der Kot aber an anderen Stellen wieder aufgetaucht.


Derweil wird der Skandal um das Ungeziefer und die verschmutzten Maschinen in der Backwaren-Fabrik zum Politikum und beschäftigt mittlerweile auch den Landtag. Die SPD-Fraktion forderte volle Aufklärung des Parlaments. Müller-Brot backt bis zu eine Million Semmeln und Brezen pro Tag sowie an die 70.000 Brote.

 

Verschmutzte Produktionsanlagen

Mitte 2011 standen Lebensmittelkontrolleure des Landratsamtes mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss vor den Toren von Müller-Brot. Die Staatsanwaltschaft habe sich vor allem dafür interessiert, „welche Lebensmittel den Betrieb verlassen haben“, sagte Kring. Danach sei es in erster Linie darum gegangen, wie die Verschmutzungen der Produktionsanlagen abgestellt werden können. Der Staatsanwalt nannte das Bemühen um bessere Hygiene in der Großbäckerei ein „stetiges Auf und Ab“.

Grundlage für die Kontrollen ist das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Ungeziefer habe bislang nicht die Hauptrolle gespielt, ergänzte Kring. Es sei aber in der Branche bekannt, dass Mäuse und Schaben in Backstuben dazugehören. Das Landratsamt hatte am Donnerstag neben Verschmutzungen von Maschinen erstmals auch von erheblichem Schädlingsbefall gesprochen.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weiß sogar schon seit Jahren von den Hygieneproblemen bei Müller-Brot. „Leider hat sich eine dauerhafte Besserung nicht ergeben, so dass die jetzige Maßnahme erforderlich wurde“, sagte Behördenchef Andreas Zapf.

 

Amtliche Kontrollergebnisse veröffentlichen

Die Verbraucherorganisation foodwatch forderte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf, schnellstmöglich alle amtlichen Kontrollergebnisse zu veröffentlichen. „Und zwar im Internet und an jeder Ladentür mit einem leicht verständlichen Symbol wie dem Smiley, so wie es Dänemark seit zehn Jahren erfolgreich vormacht“, sagte der stellvertretender foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt.

Der Verband Deutscher Großbäckereien bedauerte die Hygienemängel bei seinem Mitgliedsbetrieb Müller-Brot. „Nur Betriebe mit hohen Hygienestandards werden wettbewerbsfähig bleiben“, sagte Hauptgeschäftsführer Armin Juncker in Düsseldorf.

Die Großbäckerei erzielt nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 115 Millionen Euro pro Jahr. Neben Brot und Semmeln für die eigenen Filialen produziert Müller-Brot auch Backwaren, die in Supermärkten verkauft werden. Das Unternehmen gehört wie Löwenbäcker Leipzig zur Ostendorf-Gruppe. Müller-Brot zählt nach Angaben des Verbands Deutscher Großbäckereien zu den zehn größten Bäckereiketten Deutschlands. Schwerpunkt ist Bayern. Die Firma beschäftigt insgesamt etwa 1300 Mitarbeiter. 



dpa

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