In der Nacht auf Neujahr hatten sich vor dem Szenelokal zwei rund 20-köpfige Gruppen einen handfesten Streit geliefert. Ein 22-jähriger Mann erlitt eine Kopfplatzwunde. Mindestens sieben weitere Personen im Alter zwischen 19und 29 Jahren wurden durch den Einsatz von Reizstoffen verletzt, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Wer diese Reizstoffe gegen wen einsetzte, sei noch unklar. „Drei der Verletzten mussten deswegen auch ambulant im Klinikum ärztlich versorgt werden“, erklärte der Polizeisprecher.
Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln nun wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung und des Verdachts auf Landfriedensbruch. Die Gruppen dürften ersten Ermittlungen zufolge dem linken und rechten Spektrum zuzuordnen sein. Alles Weitere müsse erst noch geklärt werden, hieß es. Die Polizei hofft nun vor allem auf Augenzeugen, die Hinweise geben können.
Nach Aussagen eines Betroffenen sei dies „ein gezielter Angriff von Neonazis“ gewesen. „Wir saßen friedlich in der Kneipe, als plötzlich jemand rief: Draußen sind Faschos, die wollen rein.“ Die meisten Frauen hätten im hinteren Teil der Kneipe Sicherheit gesucht. „Wir sind raus. Draußen auf der Straße waren etwa 20 Männer, schwarz gekleidet, mit schwarz- weiß-roten Stickern. Das ist ein Erkennungszeichen der Rechten“, berichtete ein zweiter Beteiligter.
Auf der Straße seien die Kneipengäste mit Reizgas angegriffen worden. Einige seien geschlagen, am Boden liegend, mit Füßen getreten worden. „Wir haben versucht, uns so gut wie möglich zu wehren.“
Die an dem Streit Beteiligten stammen laut Polizei aus Hamburg, Rheinland-Pfalz, Unterfranken und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen war die rechte Szene in den vergangenen Monaten mehrfach durch Straftaten aufgefallen.
Bei einer Mahnwache gegen Rechtsextremismus beispielsweise waren am Ende der Demonstration einige Teilnehmer von einer vermummten, etwa 20-köpfigen Gruppe überfallen worden. Die Täter entkamen unerkannt.

