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Rehe fressen Wälder kahl

Tiere werden zum Problem Jäger sollen mehr erlegen - 02.04.2009

«Da gibt es Ecken, da treibt es einem die Tränen in die Augen», sagt Ralf Straußberger vom Bund Naturschutz (BN). Wo sonst überwiegend Fichten standen, herrscht inzwischen Ödnis. 1000 Hektar Fichtenwälder haben Stürme und Borkenkäfer im Kreis Ansbach nach und nach dahingerafft. Damit nicht genug: Neu gepflanzte Buchen oder Eichen - gedacht als nächste Waldgeneration - würden sofort von den Rehen kahlgefressen, trotz der vielen Schutzzäune. «Ein katastrophaler Verbiss», kommentiert Straußberger. Deshalb soll es nun verstärkt den Rehen an den Kragen gehen.

Zusammen mit dem Ökologischen Jagdverband Mittelfranken fordert der BN die Jägerschaft auf, mehr Rehe zu erlegen. Nur so könne ein stabiler Mischwald nachwachsen. Die Zäune seien weitgehend vergeblich: Zuerst untergraben Wildschweine sie, dann folgen durch die Schlupflöcher Rehe und fressen sich satt, sagt Straußberger. «Oder die Tiere bleiben im Zaun hängen und kommen elendig um.» Am Ende bleibt Steppe: Kahle Freiflächen, vergrast, zugewachsen mit Brombeeren und bevölkert von Tausenden Mäusen.

Die Botschaft des BN ist klar: «Wald vor Wild», fordern die Naturschützer von den Jägern. Die hohe Zahl an Rehen müsse zum Beispiel durch Drückjagden dezimiert werden. Und: «Das Wild nur zu füttern, um möglichst große Trophäen heim zu bringen», soll endlich tabu sein. Denn am Ende bleiben gesunde Rehe in einem Wald, der keiner mehr ist. 

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