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Vor der Veranstaltung würden die Pferde normalerweise gewaschen – doch das sei diesmal schwierig gewesen. „Wenn sie nicht trocknen können bei der Witterung, werden sie schlichtweg krank“, sagte er. Auch der von der Stadt erhoffte Besucheransturm hielt sich in Grenzen.
Statt der erwarteten 25 000 Zuschauer kamen laut Polizei nur rund 9000.
Einige Pferdehalter kommen seit Jahrzehnten zum größten eintägigen Wintervolksfest in Bayern. Pro Tier bekommen sie eine nach Rassen gestaffelte „Auftriebsprämie“ zwischen 20 und 55 Euro. Die Traditionsveranstaltung geht auf eine jahrhundertealte Berchinger Vorschrift zurück, die von Pferdebesitzern verlangte, ihre Tiere zu Gesundheitsuntersuchungen zu bringen. Von 1926 an gab es dann einen Pferde- und Fohlenmarkt in Berching – zunächst also ein echter Rossmarkt. Heute werden dagegen keine Pferde mehr verkauft.
Überregional bekannt ist der Rossmarkt auch wegen seiner Kundgebungen mit hochrangigen Politikern, meist von der CSU. In diesem Jahr sprach Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU).
„Bayern geht es gut“, sagte sie. Zahlen aus den unterschiedlichsten Bereichen belegten die wirtschaftliche Leistungskraft des Freistaats. Stamm forderte in ihrer Rede auch ein Verbot der rechtsextremen NPD: „Während wir (...) auf der einen Seite Steuergelder dafür aufwenden, um Neonazi-Umtriebe zu verhindern und zu verfolgen, finanzieren wir auf der anderen Seite den politischen Arm dieses braunen Terrors mit.“ Früher stießen vor allem die Reden des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) auf großes Interesse. Er war zwischen 1973 und 1984 fünfmal in Berching – bis heute ist kein anderer Hauptredner so oft beim Rossmarkt aufgetreten. 1998 kam sogar der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).

