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Eine Art Röntgenblick in den Boden soll neue Erkenntnisse über die Lebensbedingungen am Limes in Mittelfranken zutage fördern. Die ersten Ergebnisse der geophysikalischen Messungen sind durchaus überraschend: Ein Theater und weitere städtische Strukturen wie ein Forum und eine Basilika hätte man wohl kaum in den Lagerdörfern am äußersten Zipfel des Römischen Reiches vermutet.
Während die Kastelle selbst sehr gut erforscht sind, weiß man über das zivile Leben in den Siedlungen rund um die römischen Militärlager recht wenig. Ausgrabungen, die Aufschluss geben könnten, wären freilich viel zu teuer und zu aufwendig.
Deshalb werden nun die Magnetfelder der Erde gemessen. Dabei sind keine direkten Eingriffe in den Boden nötig. Carsten Mischka von der Universität Kiel und seine Helfer können dank dieser Methode relativ genau sagen, welche Gebäudereste sich unter der Oberfläche verbergen, und daraus ableiten, wie das Leben in den Lagerdörfern aussah: „Wir können die Häuser zählen und sagen, wie groß sie gewesen sind. Wir können sagen, wo eine Straße verlief und wo es eine Kreuzung gab.“
Die ersten Resultate sind erstaunlich: Im Bereich des früheren Lagerdorfs bei Theilenhofen, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, ermittelten die Experten städtische Strukturen. In einem halbrunden Theatergebäude etwa haben sich wohl Soldaten und Dorfbewohner an szenischen Aufführungen ergötzt. Es habe auch als „kommunales Zentrum“ gegolten, erläutert Mischka.
Das Lagerdorf in der Provinz sei klar strukturiert und keinesfalls nur ein Provisorium gewesen: „Es gab Handwerker, Kneipen und Wohnhäuser für die Familien der Soldaten.“ Limes-Experte Edgar Weinlich hält die Erkenntnisse über die Siedlung bei Theilenhofen, wo sich das Privatleben der dort stationierten Soldaten abspielte, für „spektakulär“.

