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Ursache der PCB-Eier in Bayern weiter unklar

Verdacht auf Dioxin im Boden — Viele Verbraucher haben Ware noch daheim — Konsumenten bleiben ruhig - 25.04.2012 16:56 Uhr

In Westfalen scheint die Ursache der PCB-Eier gefunden: Mitarbeiter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz auf dem Bio-Hof.

In Westfalen scheint die Ursache der PCB-Eier gefunden: Mitarbeiter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz auf dem Bio-Hof. © dapd


Der Dioxinskandal, der in der vergangen Woche durch Höfe in Niedersachsen und Ostwestfalen angestoßen worden war, scheint eingedämmt. Wie berichtet, gelangten die Bio-Eier eines niedersächsischen Hofes im Landkreis Aurich auch in die Region.

„Bisher sind keine weiteren Fälle aufgetreten und uns liegen keine Informationen über belastete Ware vor, die noch im Handel ist“, heißt es aus dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen.

Die Ursache in Ostwestfalen scheint seit Wochenbeginn gefunden: Der dioxinähnliche Stoff PCB gelangte über den Boden des Außenbereichs in die Nahrungskette der Hühner. In Niedersachsen hinken die Behörden mit ihrer Forschung noch zurück: Das niedersächsische Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) hat das Futtermittel untersucht und keine Hinweise auf PCB gefunden. Auch das Einstreu der Tiere sei unauffällig.

Die Verseuchung scheint ein individuelles Problem der drei betroffenen Güter zu sein. Die Verbreitung über die Luft schließen die Experten aus: Auf den umliegenden Betrieben sei kein Dioxin gefunden worden. Die Milchproben der Kühe, die auf den belasteten Höfen untergebracht sind, waren ebenfalls negativ. Der Fokus liegt deshalb auch in Niedersachsen auf der Untersuchung des Bodens.

100000 Eier des Biohofes waren über eine Packstation in Viersen/NRW in die ganze Republik und auch nach Bayern gelangt. Aus den beiden konventionell wirtschaftenden Betrieben, die der Erzeugergemeinschaft „Auricher Eier“ angehören, waren bis zu 50000 Eier in den ausschließlich regionalen Handel gelangt.

Bis die Ursache nicht beseitigt ist, bleiben die Höfe geschlossen. Alle Eier, die weiterhin in den Betrieben produziert werden, müssen vernichtet werden. Das geschieht auf der Tierkörperbeseitigungsanstalt bei Cloppenburg. „Für die Höfe ist diese Situation existenzgefährdend“, sagt Rainer Müller-Gummels, Sprecher des Landkreises Aurich.

Die Konsumenten scheinen die mit dem Giftstoff PCB belasteten Eier kaum noch aufzuregen. Die Verbraucherzentralen in Nürnberg und München melden nur wenige besorgte Anrufer. Beim Dioxinskandal Anfang 2011 seien sie „richtig erschlagen“ worden, berichtet Jutta Saumweber, Ökotrophologin bei der Verbraucherzentrale München. Statt der damals bis zu 100 Anrufen, hätten diesmal nur vier Bürger um Rat gebeten. „Das Thema Dioxin ist in den Köpfen der Verbraucher durch.“  

KAI KAPPES

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