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Vorschrift missachtet?

Ermittlungen zum tödlichen Flugunfall von Lillinghof - 07.10. 09:00 Uhr

LILLINGHOF  - Vier Wochen nach dem tödlichen Unfall beim Flugtag in Lillinghof bei Schnaittach ermittelt die Staatsanwaltschaft in verschiedene Richtungen. Dabei geht es nicht nur um einen etwaigen Pilotenfehler, sondern auch darum, ob Sicherheitsbestimmungen missachtet wurden.


Kann es am Luftwirbel eines anderen Flugzeugs gelegen haben, dass dieser Doppeldecker in Lillinghof beim Start nicht richtig abhob, sondern in die Zuschauer raste und eine Frau tötete? Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung will das mit verschiedenen Versuchen noch abklären. Wann das Testergebnis vorliegt, ist offen.
Kann es am Luftwirbel eines anderen Flugzeugs gelegen haben, dass dieser Doppeldecker in Lillinghof beim Start nicht richtig abhob, sondern in die Zuschauer raste und eine Frau tötete? Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung will das mit verschiedenen Versuchen noch abklären. Wann das Testergebnis vorliegt, ist offen.
Foto: Eduard Weigert
Kann es am Luftwirbel eines anderen Flugzeugs gelegen haben, dass dieser Doppeldecker in Lillinghof beim Start nicht richtig abhob, sondern in die Zuschauer raste und eine Frau tötete? Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung will das mit verschiedenen Versuchen noch abklären. Wann das Testergebnis vorliegt, ist offen.
Kann es am Luftwirbel eines anderen Flugzeugs gelegen haben, dass dieser Doppeldecker in Lillinghof beim Start nicht richtig abhob, sondern in die Zuschauer raste und eine Frau tötete? Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung will das mit verschiedenen Versuchen noch abklären. Wann das Testergebnis vorliegt, ist offen.
Foto: Eduard Weigert

Der historische Doppeldecker vom Typ Tiger Moth war beim Flugtag des Segelsport-Clubs Lauf am 5. September nach einem verpatzten Startversuch in die Zuschauermenge gerast. Dabei wurde eine 46-jährige Frau getötet. Sie war nach Augenzeugenberichten in den Propeller der Maschine geraten. 38 weitere Menschen wurden verletzt, einige davon schwer.

Noch Schlimmeres verhütete ein Stahlseil, das als Absperrmarkierung gespannt war und das den Doppeldecker abbremste. Dadurch kam er 20 Meter vor dem Tower zum Stehen und kippte auf die Nase. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich etwa 3500 Menschen auf dem Flugplatz im Kreis Nürnberger Land auf.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen, die sowohl von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft als auch von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig durchgeführt werden, stehen besonders zwei Themen: Warum missglückte der Start des Oldtimers überhaupt? Und war der Sicherheitsabstand zwischen den Zuschauern und dem Startpunkt eventuell zu gering?

Bereits kurz nach dem Unfall wurde gegen den 68-jährigen Piloten ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Der Gelnhausener verweigerte von Anfang an die Aussage. Der Kreis der Beschuldigten wurde nach Informationen unserer Zeitung allerdings mittlerweile erweitert. „Das Ergebnis unserer Ermittlungen ist aber noch völlig offen“, erklärt Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg.

Interessant ist die Rolle des Stahlseils. Eine Auflage, ein solches Seil zu spannen, hatte der Veranstalter offenbar nicht. Dennoch tat er es jedes Jahr, um so den Zuschauerbereich zu begrenzen. Während sich die Masse der Besucher hinter dem Seil aufhielt, durften Prominente traditionell auf Bierbänken vor dem Seil Platz nehmen. Sie waren dem ausgebrochenen Flugzeug schutzlos ausgeliefert.

50 Meter Abstand gefordert

Die Staatsanwaltschaft überprüft nun unter anderem, ob der Abstand zwischen der ersten Zuschauerreihe und dem Startpunkt den Vorgaben des Genehmigungsbescheides entsprach. Demnach hätte er mindestens 50 Meter betragen müssen. Falls er zu gering war, muss geklärt werden, wer für die Einhaltung verantwortlich war und ob der Unfall verhindert worden wäre, wenn der Abstand den Vorgaben entsprochen hätte. Fest steht: Mitarbeiter des Luftamts Nordbayern als Genehmigungsbehörde waren am Flugtag vor Ort gewesen.

Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung steckt laut Sachbearbeiter Roger Knoll noch mitten in den Ermittlungen. Knoll rechnet damit, Ende Oktober einen ersten schriftlichen Zwischenbericht vorlegen zu können. Er werde aber nur aus einer Faktensammlung bestehen und noch keine Bewertungen liefern.

In den nächsten Wochen will die BFU den missglückten Start der Tiger Moth auf einem Testgelände nachstellen. Sie will mit diesen Feldversuchen unter anderem herausfinden, ob Luftwirbel eines danebenstehenden Propeller-Flugzeugs als Unfallursache infrage kommen. Eine solche Vermutung nämlich hatten Piloten direkt nach dem Unglück geäußert. Bis die BFU ihren Abschlussbericht mit Bewertungen vorlegen kann, wird laut Knoll etwa ein Jahr vergehen. „Das liegt daran, dass wir uns leider nicht nur auf einen Unfall konzentrieren können. Wir arbeiten ständig an fünf bis acht Fällen parallel.“
  





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