19°C
Donnerstag, 24.05. - 00:51 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Weißenburg: Feuerwerkskörper flogen auf die Nazi-Gegner

Polizei und Staatsschutz untersuchen Vorfall — Rechtsradikale Gruppen gelten als gewaltbereit - 30.11. 07:00 Uhr

NÜRNBERG/WEISSENBURG  - Politisch motivierte Straftaten in der Region beschäftigten Polizei und Staatsschutz. Zuerst war in Fürth das Auto eines entschiedenen Kämpfers gegen Neonazis in Flammen aufgegangen, jetzt müssen sich die Ermittler auch um einen Anschlag mit Feuerwerkskörpern auf Demonstranten gegen Rechts in Weißenburg kümmern. Wer hinter den Taten steckt, ist noch unklar.

Spontandemo: Im Anschluss an die Mahnwache gegen Rechtsextremismus am Montag machten sich viele Teilnehmer auf den Weg durch die Weißenburger Altstadt. In dieser Zeit starteten die Vermummten ihren Angriff auf das Juz.
Spontandemo: Im Anschluss an die Mahnwache gegen Rechtsextremismus am Montag machten sich viele Teilnehmer auf den Weg durch die Weißenburger Altstadt. In dieser Zeit starteten die Vermummten ihren Angriff auf das Juz.
Foto: Renner
Spontandemo: Im Anschluss an die Mahnwache gegen Rechtsextremismus am Montag machten sich viele Teilnehmer auf den Weg durch die Weißenburger Altstadt. In dieser Zeit starteten die Vermummten ihren Angriff auf das Juz.
Spontandemo: Im Anschluss an die Mahnwache gegen Rechtsextremismus am Montag machten sich viele Teilnehmer auf den Weg durch die Weißenburger Altstadt. In dieser Zeit starteten die Vermummten ihren Angriff auf das Juz.
Foto: Renner

Nach der Vielzahl an Schmierereien mit rechtsradikalen Inhalten in Weißenburg und Treuchtlingen sowie nach einer Versammlung brauner Gruppen am Grab des NS-Kampffliegers Hans-Ulrich Rudel im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen hatte es den Bürgern in den betroffenen Orten endgültig gereicht.

Das Landkreis-Bündnis gegen Rechtsextremismus und der Freundeskreis Jugendzentrum in Weißenburg veranstalteten deshalb eine Mahnwache im Hof des Jugendzentrums, das mehrfach Zielscheibe der Schmierereien gewesen ist. Rund 200 Menschen fanden sich nach Polizeiangaben ein. Am Ende der Veranstaltung riefen die Organisatoren noch zu einer Spontandemonstration durch die Innenstadt auf.



Der Einsatzleiter sei diesem Wunsch nachgekommen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken unserer Redaktion. Die anwesenden Beamten zogen zudem zur Absicherung des Demonstrationszuges mit durch die Altstadt.

Kaum war der Zug samt Polizei außer Sicht- und Hörweite, gab es vor dem Jugendzentrum nach Augenzeugenberichten einen donnernden Knall. Eine Gruppe dunkel Gekleideter und Vermummter rannte auf das Gebäude zu und zündete pyrotechnische Gegenstände, die in den Vorhof des Zentrums flogen. Dort hielten sich noch einige Menschen auf, darunter ein Rollstuhlfahrer. Dabei wurde ein Mann leicht verletzt, neben dem ein Böller explodierte. Er klagte über Probleme mit dem Gehör.

Ein Transparent mit der Aufschrift „Nie wieder Faschismus“ rissen die Unbekannten vom Zaun und zündeten es an. „Wir fühlten uns bedroht“, schildert ein Augenzeuge.

Obwohl die Polizei sofort alarmiert und zurückbeordert wurde, konnten die Angreifer entkommen. Man ermittle in alle Richtungen und suche weiter nach Zeugen, betonte der Polizeisprecher. Noch habe man keinen Beweis dafür, dass es sich bei den Tätern um Rechtsradikale handele.

Soko „Ford“ eingerichtet

Auch im Fürther Fall wollen sich die Ermittler noch nicht auf einen rechtsradikalen Hintergrund festlegen (wir berichteten). Sie haben inzwischen die Sonderkommission „Ford“ eingerichtet, die klären soll, wer das Auto eines Mitglieds der Antifaschistischen Linken Fürth in Brand gesteckt hat. Für das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus ist dagegen klar, dass Neonazis die Tat verübt haben. In den vergangenen drei Jahren sei dies bereits der vierte Anschlag auf ein Auto von Nazigegnern, betonen Bündnismitglieder.


Rechtsextremismus-Forscher beobachten, dass Neonazis sich zunehmend unbehelligt in Franken treffen und vor allem mit Jugendlichen vernetzen. Sie gelten zum Teil als gewaltbereit und machen häufig mit Flugblättern auf sich aufmerksam, wie jüngst in Langenzenn im Kreis Fürth.

Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair aus Nürnberg, die Schulklassen über rechtsradikale Gruppierungen aufklärt, spricht von neuen Strukturen, die es den Neonazis ermöglichen, sich regelmäßig zu treffen. Vor allem im ländlichen Raum. 



ROBERT RENNER ELKE GRASSER-REITZNER

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Nachrichten
  • Nürnbergs Trafo-Werk gefährdet: Die IG Metall fürchtet, der Stellenabbau sei nur der Anfang
  • Den Felsen im Griff: In der Frankenalb findet zu Pfingsten Deutschlands größtes Kletterfestival statt
  • Wenig ruhmreich: Unter der NS-Herrschaft ließ sich der 1. FC Nürnberg instrumentalisieren
Nachrichten aus der Region
Alle Regionen

22:32 Uhr:
22:00 Uhr:

Tour de Bier Logo


Weit über 300 Brauereien gibt es heute noch in Franken und der Oberpfalz. Begleiten Sie uns auf unserem Streifzug durch das Land, "wo Gerste und Hopfen blühen".

Hier geht es zu unserem Brauerei-Guide.

Brightcove Video Lokal Regional
Badeseen in der Region
Badeseen in der Region: Karte zum Öffnen anklicken!
User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Stadtanzeiger Aktuell

Geschenk Ideen

Geschenk Ideen

Sie suchen ein nicht alltägliches Geschenk?
Im Pressearchiv Nürnberg werden Sie fündig: Historische Zeitungsnachdrucke, dazu passende Geschenkmappen und stilechte Zeitungshalter

Wochenmagazin

Gute Reise
Südtiroler Weinstraße: Den Süden kosten
Weinberge, gutes Essen und viel Kultur in Kaltern, Eppan und Tramin

Infos zum Thema Reise hier.