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Wellness im Wiesenttal

Fränkische Schweiz punktet bei Touristen und Ausflüglern - 19.08.11

NÜRNBERG  - Die Fränkische Schweiz ist eine der ältesten Tourismusregionen Deutschlands. Entdeckt Anfang des 19. Jahrhunderts, verzückte sie zunächst die Menschen der Romantik. Doch im Laufe der Zeit entwickelte sich die Fränkische, wie der nördliche Teil der Frankenalb auch genannt wird, zu einer formidablen Tourismusregion und zu einem wichtigen Naherholungsgebiet.

Blick auf die Gemeinde Streitberg im Landkreis Forchheim
Blick auf die Gemeinde Streitberg im Landkreis Forchheim
Foto: Ute Fürböter
Blick auf die Gemeinde Streitberg im Landkreis Forchheim
Blick auf die Gemeinde Streitberg im Landkreis Forchheim
Foto: Ute Fürböter

Weniger lauf- und wanderfreudige Kurzurlauber setzen sich einfach ins Auto und fahren los. Ihr Ziel: einer der lauschigen Biergärten oder -keller in der Fränkischen Schweiz. Vor beeindruckender Fachwerkkulisse und unter mächtigen, schattenspendenden Bäumen die Seele baumeln lassen. Und sonst nichts. Aktiveren Menschen dürfte es allerdings schwerer fallen, zwischen all den Freizeitangeboten zu wählen, die die Gegend rund um den „heiligen Berg“ der Franken, dem Walberla, bereithält.

Gestresste Städter, die mal für ein paar Tage aus ihrem Bürojob aussteigen wollen, dürfen zum Beispiel als Freiwillige bei der Obsternte in der Fränkischen mithelfen. Statt an den Schreibtisch geht’s morgens auf die Obstwiese, um Äpfel zu ernten.

Beliebte Ferienregion

Ihr Image als „Schlupfwinkel des deutschen Gemüts“ — wie es einst Victor von Scheffel im 19. Jahrhundert bezeichnete — hat die Fränkische Schweiz längst abgelegt und sich zu einer der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands entwickelt. Franz Xaver Bauer, seit über 30 Jahren Leiter der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, weiß dies mit Zahlen aus dem Jahr 2010 zu belegen: 1,4 Millionen Übernachtungen, geschätzte neun Millionen Tagestouristen.


Wo einst in der Romantik Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder als erste Reisende das „Muggendorfer Gebürg“ entdeckten und dessen Lieblichkeit und Idyll in höchsten Tönen lobten, setzt man heute auf „Qualitätstourismus“ — und auf Vielfalt.

Noch immer gilt das Wandern als beliebteste Freizeitgestaltung in der Fränkischen, danach folgen Radtouren, Nordic Walking, Kajakfahren und Baden. Immer öfter werden Wellnessangebote nachgefragt. Mittlerweile als Klassiker firmieren Bierwanderungen oder der „Tag der Brennereien“, an dem die fränkischen Schnapsbrenner ihre flüssigen Köstlichkeiten vorstellen.



Darüber hinaus ist die Fränkische Schweiz mit über 6500 Routen eines der am besten erschlossenen Klettergebiete der Welt. Und mit so legendären Touren wie dem Sautanz oder der Action Directe, die lange Zeit als schwerste Freikletterroute der Welt galt, auch eines der wichtigsten außeralpinen Klettergebiete.

Burgen und Höhlen

Ein weiteres Merkmal der Fränkischen Schweiz ist die unglaublich hohe Dichte an Höhlen. Die bekannteste und größte von ihnen ist die Teufelshöhle in Pottenstein. Entstanden sind die zum Teil bizarren unterirdischen Felslandschaften durch das Eindringen von Kohlensäure in Kalkstein und Dolomit, die den größten Gesteinsanteil des Karstgebiets ausmachen. Neben der Teufelshöhle sind auch die Binghöhle in Streitberg sowie die Sophienhöhle im Ailsbachtal öffentlich zugänglich.

Die Burgen Rabeneck und Pottenstein oder das Schloss Greifenstein und die Burgruine Wolfsberg ziehen scharenweise Ausflügler und Touristen an. An exponierter Stelle, hoch

über dem Wiesentgrund, gegenüber der Gemeinde Streitberg, thront darüber hinaus die Burgruine Neideck. 2008 wurde diese nicht nur vor dem endgültigen Verfall bewahrt, sondern auch um einen archäologischen Park ergänzt.

Außerdem gibt es in der Region rund 170 Kirchen. Das wichtigste und bedeutendste Gotteshaus ist zweifelsohne die barocke Basilika von Balthasar Neumann in Gößweinstein. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist seither Ziel vieler Pilger.

Direkt neben der Basilika ist im ehemaligen und hervorragend restaurierten Mesnerhaus seit einigen Jahren das Gößweinsteiner Wallfahrtsmuseum untergebracht. Ein ebenso lohnendes Ziel wie das Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld.

Neu im touristischen Angebot der Fränkischen Schweiz sind die Fachwerktouren. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß lassen sich auf drei Routen 33 Fachwerkschönheiten entdecken, zum Beispiel bei der 21,5 Kilometer langen Nordtour, die rund um das Walberla führt. Dazu hat der Landkreis Forchheim eigens eine Broschüre aufgelegt, die im Rahmen des EU-Projekts

„Listen to the voice of villages“ (Hör’ auf die Stimme der Dörfer) entstanden ist. Ebenfalls neu ist das „Lauferlebnis Fränkische Schweiz“: Auf einer Gesamtlänge von 376 Kilometern verteilen sich 36 Laufstrecken.

Genießen lässt sich die Landschaft darüber hinaus mit einer Eisenbahnfahrt durchs romantische Wiesenttal. Bereits seit den frühen 1980er Jahren bietet der Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V. Fahrten mit altertümlichen Dampfrössern an. Unterwegs sind die historischen Züge zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle in der Zeit von April bis Oktober jeden Sonntag sowie zusätzlich während der Sommerferien am 24. und 31. August.

„Franken ist wie ein Zauberschrank, immer neue Schubfächer thun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und das hat kein Ende“, schrieb Fürst Pückler 1834

in Muggendorf. Auf die Fränkische Schweiz trifft das noch heute zu.

www.fraenkische-schweiz.com

www.fsvf.de

www.fsmt.de 



MARKUS HÖRATH

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Kurzbeschreibung:
Hier finden Sie unsere Berichterstattung zur Region zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg mit ihrem Freizeit- und Kulturangebot.
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Die Region hat in Sachen Ausflugszielen und -möglichkeiten einiges zu bieten. Lassen Sie sich hier inspirieren.