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Zwei Kunsterzieher-Klassen mit etwa 60 Schülern sind gegenwärtig in der Akademie-Außenstelle in der Kaiserresidenz auf der Pegnitz-Insel untergebracht. Mit der Eröffnung des Neubaus am Stammdomizil am Nürnberger Tiergarten in eineinhalb Jahren wird die seit 1985 bestehende Dependance in Lauf geschlossen.
Was dann mit dem Wahrzeichen der Pegnitzstadt geschieht, steht in den Sternen. Denn für das Wenzelschloss mit dem berühmten Wappensaal gibt es nach dem Auszug der Kunstakademie bis heute kein Nutzungskonzept. Die Vision von Bürgermeister Benedikt Bisping (Grüne): Das Baudenkmal, das Kaiser Karl IV. als burgähnliche Raststätte im 14.Jahrhundert errichten ließ, könnte als „europäisches Bildungs- und Begegnungszentrum für Jung und Alt“ dienen.
Durch den Rückzug der Akademie ergebe sich eine „einmalige Chance“. Angesprochen auf mögliche Kaufabsichten der Stadt, äußerte sich Bisping gegenüber der Pegnitz-Zeitung nur sehr ausweichend.
Derzeit befinde sich die Kommune noch in Verhandlungen mit der „Immobilien Freistaat Bayern“, sagte Stadtsprecher Udo Taubmann. Diese Gesellschaft verwaltet den Immobilienbesitz des Bundeslandes — und dem gehört das Wenzelschloss. Bereits im Sommer 2010 hatte Dieter Knauer, der Geschäftsführer der „Immobilien Freistaat Bayern“, geäußert, dass er den Herrschaftssitz gerne verkaufen möchte. Zuerst werde man das Objekt Lauf anbieten.
Taubmann bestätigt, dass der Freistaat dazu bereit sei, die denkmalgeschützte Immobilie nicht an einen Privatmann, sondern an die Kommune abzugeben. Doch er sagt auch: „Über einen Preis ist überhaupt noch nicht geredet worden.“ Zudem gebe es derzeit keinen Termin für weitere Gespräche. Der Freistaat müsse sich erst überlegen, welche Summe er für das Baudenkmal verlange.
Schon vor dem Einzug der Akademie im Jahr 1985 hätte Lauf das Schloss erwerben können. Doch die Pegnitzstadt schlug das Angebot dankend aus. „Damals ist lange, lange nichts in das Gebäude investiert worden“, erinnert sich Rüdiger Pompl, der frühere Bürgermeister von Lauf. Die Sanierung hätte womöglich Millionenbeträge verschlungen. Heute ist das Baudenkmal in einem guten Zustand — aber die Unterhaltskosten sind enorm.
