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Rosen für Dornröschen

Tipps für die richtige Auswahl: Es ist gar nicht so einfach, unter 250.00 Sorten die passende zu finden - 07.05. 06:08 Uhr

Einmal Märchenprinzessin oder Prinz sein, sich einmal wie Grimms „Dornröschen“ fühlen und in einem Meer von Rosen leben: Üppig blühende und hochwachsende Wild- und Kletterrosen können das schaffen.

Völlig überwuchert von einer üppig wachsenden, weiß blühenden Ramblerrose ist dieser Garteneingang.
Völlig überwuchert von einer üppig wachsenden, weiß blühenden Ramblerrose ist dieser Garteneingang.
Foto: daniel stricker/ pixelio.de
Völlig überwuchert von einer üppig wachsenden, weiß blühenden Ramblerrose ist dieser Garteneingang.
Völlig überwuchert von einer üppig wachsenden, weiß blühenden Ramblerrose ist dieser Garteneingang.
Foto: daniel stricker/ pixelio.de

Die Welt der Rosen scheint schier unerschöpflich zu sein. Denn seit rund 2000 Jahren werden sie schon kultiviert. Inzwischen gibt es mehr als 25000 Sorten weltweit. Eine Sonderstellung besitzen Wild- oder Ramblerrosen, die besonders üppig blühen: „Wildrosen bezaubern durch einen natürlichen Charakter und sind mit ungefüllten Blüten und ihren Hagebutten oft wertvoller für die Natur als Edel-Rosen“, sagt etwa Mascha Schacht, Diplom-Ingenieurin des Gartenbaus aus Frankfurt. Und die Landschaftsarchitektin Bettina Rehm-Wolters aus dem niedersächsischen Stuhr ergänzt: „An größeren Rankbögen oder Pavillons machen sich üppig blühende Rambler-Rosen gut.“



Sie empfiehlt XXL-Kletterer wie 'Bobby James', 'Kiftgate' oder 'Goldfinch'. Allerdings benötigen diese viel Platz und blühen nur einmal – wenn, dann aber wochenlang. Neuere Züchtungen blühen hingegen öfter. Rehm-Wolters favorisiert die Sorte 'Ghislaine de Féligonde', die auch Halbschatten verträgt und bis zu drei Meter hoch wird. „Die kleinen Knospen zeigen sich zunächst dunkelorange, um dann während der Blüte über Apricot in ein Cremeweiß überzugehen.“

Wer einen alten, vielleicht schon abgestorbenen Obstbaum im naturnahen Garten hat, kann diesen mit „Ramblern“ optisch wieder zum Leben erwecken. Denn mit ihren langen geschmeidigen Trieben erobern sie getreu ihrem Namen, der vom englischen „to ramble“ für „wandern“ abgeleitet ist, auch verwinkelte Objekte. Die Pflanze sollte leicht schräg und mit rund 50 Zentimetern Abstand neben den Stamm gesetzt werden. Dabei muss man darauf achten, dass sie genügend Regenwasser abbekommt, aber auch, dass die Blüten immer zum stärksten Lichteinfall hin wachsen dürfen.

Nicht in jedem Garten ist viel Platz für üppige Rosen vorhanden. Daher rät Schacht, beim Kauf immer auf die Größe zu achten. Denn viele Wildrosen entwickeln sich zu stattlichen Sträuchern, die nicht in kleine Privatgärten passen. Eine Alternative ist da dann die nur einen Meter hohe Böschungsrose (Rosa rugotida) oder die Glanzrose (Rosa nitida), die man gut für niedrige Hecken verwenden kann.

„Es gibt eine große Sortenzahl an Kletterrosen, etwa 500, die üppig, aber nur einmal blühen“, sagt Bernd Weigel, Präsident der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde in Baden-Baden. Ihre Blühdauer von etwa vier Wochen sei eher kurz. Er schätzt daher Rosen, die nach einem Rückschnitt wieder austreiben und erneut blühen. Ein Beispiel hierfür sei die pilzresistente Kletterrose 'Rosarium Uetersen' mit großen, gefüllten Blüten in Dunkelrosa, die zwar nicht duftet, aber von Juni bis Oktober blüht.

Weigel, der derzeit selbst einen neuen Rosengarten plant, rät, sich bei so einem Vorhaben fachlichen Rat einzuholen. Entweder in einem Sichtungsgarten, in speziellen Kursen, in guten Fachbüchern oder in Katalogen der Rosenfirmen. „Das Ausputzen nach der Blüte und richtiges Schneiden will gelernt sein“, sagt der Experte. Beetrosen müssen seiner Ansicht nach im Frühjahr bis auf drei Augen zurückgeschnitten, Strauchrosen nur ausgelichtet und in Form gebracht und bei Kletterrosen die langen Triebe gezogen werden. Trockene oder abgestorbene Äste sollten für ein gesundes Wachstum immer wieder entfernt werden, rät Weigel.

Optisch passen viele Begleitpflanzen zur „Königin der Blumen“, die diesen Namen erstmals von der griechischen Dichterin Sappho im 7. Jahrhundert vor Christus bekommen haben soll. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Ansprüche an Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffe denen der Rose ähneln – also ein sonniger Platz mit lehmiger, nährstoffreicher Erde bevorzugt wird. Ein durchlässiger magerer Boden ist ungeeignet. Der als begleitender „Rosenkavalier“ beliebte Lavendel sollte im gebührenden Abstand von mindestens 50 Zentimetern bis zu einem Meter zu den Rosen gesetzt werden. Er darf auf keinen Fall so stark wie die Rosen gedüngt werden, da dies der Mittelmeer-Halbstrauch nicht verträgt.

In diesem Jahr sind bei den Rosen vor allem die Farben Lachs, Hellrosa und Weiß gefragt, dazu passen gut blaue, violette, rosa und weiße Stauden. So sind Glockenblumen, Katzenminze, Steppen-Salbei und Steinquendel wertvolle Rosenpartner.

Übrigens: Wer besonders robuste Rosen haben möchte, ist mit dem ADR-Siegel, dem TÜV für Rosenneuheiten gut beraten. Die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR-Prüfung) gilt weltweit als härtester Rosentest. Jährlich werden rund 40 bis 50 Neuheiten bundesweit auf elf Sichtungsgärten verteilt. Dort bleiben sie rund drei bis vier Jahre und werden unter anderem nach Blüte, Blatt und Wuchsform beurteilt.

Dabei müssen sie ohne Pflanzenschutzgifte auskommen. Nur die schönsten und widerstandsfähigsten werden anschließend mit dem ADR-Siegel als „Anerkannte Deutsche Rose“ gekennzeichnet.

Mehr Infos unter

http://www.adr-rose.de

  





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