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Seit 20 Jahren ist Elfie Albert (67) schon im Verein „Frauen in der einen Welt“ aktiv. Oft war sie an Ausstellungen sowie Veranstaltungen der Gruppe beteiligt und belebte mit ihren Mitstreiterinnen ab 2003 Räume, die ihnen die Stadt Fürth zur Zwischennutzung überließ.
Sie gründeten das „Museum Frauenkultur regional — international“ und bezogen 2006 eine feste Bleibe im Marstall des Schlosses Burgfarrnbach. Hier zeigt das erste bayerische Frauenmuseum die Schau „La Bonne — vom Dienstmädchen zur globalen Dienstleisterin“, die auch am heutigen Internationalen Museumstag (siehe Bericht rechts) präsentiert wird. Die Idee dazu kam der Museumspädagogin Elfie Albert bei einer Forschungsreise nach Bamako, der Hauptstadt Malis. Sie war über den Umgang der wohlhabenden Familien dort mit ihren Dienstmädchen, auf Französisch „Bonnes“ genannt, entsetzt. „Oft wurden sie in harschem Ton herbeigerufen, um den Herrschaften etwas zu reichen, das direkt neben ihnen lag“, so Albert.
Zurück in Deutschland fiel ihr auf, dass hierzulande viele Polinnen pflegen, kochen und fegen. Der Umgang mag freundlicher sein, das Prinzip ist ähnlich: Wer reich ist, lässt putzen, das Image dieser Tätigkeiten ist schlecht.
Damen aus besseren Kreisen holen sich „Entlastung“ — heute ganz international. So findet man in der Ausstellung Informationen über Philippinas, die in Israel schrubben, Turkmeninnen, die türkische Villen in Schuss halten — und natürlich Mädchen aus Mali, die vom Dorf in die Stadt ziehen, um dort ihr Glück zu suchen. „Das gab es früher auch in Deutschland. Man nannte es „in Stellung gehen“, wenn Bauernmädchen im Haushalt wohlhabender Städter arbeiteten, sagt Albert. „Hausarbeit ist weiblich.“ Ein Mann in Mali würde sein Gesicht verlieren, wenn er daheim kehren oder kochen würde. Albert: „Hier geht es um patriarchales Denken.“ Die männlichen Migranten, die in Deutschland putzen gehen, täten das in Firmen, das sei sicherer und besser bezahlt. Die Frauen dagegen haben in Privathaushalten keinen Schutz, sind Ausbeutung und Schikanen ausgeliefert, besonders, wenn sie schwarz arbeiten.
Hier hat sich etwas verbessert, das auch schon in die frisch überarbeitete Ausstellung aufgenommen wurde: Seit dem 1. Mai können Osteuropäerinnen legal in Deutschland tätig sein. Die Zeiten, als die Pflegekraft für die kranke Oma immer nur drei Monate bleiben durfte, sind vorbei. Geblieben ist, dass eine Rund-um-die-Uhr-Pflege zu Hause fast nur mit einer günstigeren ausländischen Kraft zu finanzieren ist. „Ich hoffe auf Verbesserungen für die Frauen, fürchte aber, dass viele mit 400-Euro-Jobs abgespeist werden“, so Elfie Albert.
Zum heutigen Museumstag startet um 15 Uhr eine Führung durch die Ausstellung, um 17 Uhr läuft der Film „Gosford Park“ von Robert Altman über Machtverhältnisse zwischen Herren und Dienerschaft.