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Bei den "GoGaTa" stellen viele Idealisten aus

Nebenjobs sichern die Kunst — Von Kreativität lässt sich oft nicht leben - 13.10.2012 20:15 Uhr

NÜRNBERG  - Gostenhof hat sein Image von der "Bronx" längst abgelegt und sich in ein alternativ angehauchtes Viertel mit Kneipen und Künstlerwerkstätten verwandelt. Um der Bevölkerung die Arbeit der Gostenhofer Künstler näherzubringen, initiiert Laurentiu Feller zusammen mit Kunsthistoriker Marco Wegfahrt zum zweiten Mal nach 2010 die Gostenhofer Galerie Tage.

Der Architekturstudent Michael Paulutz kann von seinen Kunstprojekten noch nicht leben.
Der Architekturstudent Michael Paulutz kann von seinen Kunstprojekten noch nicht leben.
Foto: Eduard Weigert
Der Architekturstudent Michael Paulutz kann von seinen Kunstprojekten noch nicht leben.
Der Architekturstudent Michael Paulutz kann von seinen Kunstprojekten noch nicht leben.
Foto: Eduard Weigert

13 Galerien und Projekträume beteiligen sich an der Aktion und bieten Interessierten ein spannendes Portfolio der bildenden Kunst — von Malerei und Fotografie bis über Design, Installation oder Objektkunst. „Mit der Aktion sollen die Leute für Kunst und Künstler in Gostenhof sensibilisiert werden, deshalb wird gezeigt, vernetzt und kommuniziert. Natürlich darf auch gekauft werden“, sagt der aus Rumänien stammende Künstler, der seit neun Jahren die frühere Galerie Artelier — seit September 2012 „raum für zeitgenössische kunst.Laurentiu feller“ — in der Knauerstraße betreibt.

Auch Gostenhof selbst wird erstmals zur großen Galeriefläche. Einzelne Künstler bringen ihre Kreativität direkt auf die Straßen am Petra-Kelly-Platz, am Volksbad, entlang der Gostenhofer Hauptstraße oder in den Hof der Galerie Hafenrichter an der Fürther Straße, die auf hochwertige Originale der Pop Art (Christo oder Andy Warhol) spezialisiert ist.

Ihre Türen öffnen sowohl professionelle Galerien, wie auch unkommerzielle – etwa die Indie-Galerie „Armer Teufel“ in der Bauerngasse, die auch nicht akademischen Künstlern die Möglichkeit bietet, ihre Werke auszustellen.

Bilderstrecke zum Thema
Zum zweiten Mal finden im Nürnberger Stadtteil Gostenhof die "GoGaTa" (Gostenhofer Galerietage) statt. Erstmals kann Gegenwartskunst nicht nur in den 13 Ausstellungsorten bewundert werden, einige Künstler zeigen ihre Werke nämlich direkt auf der Straße.

Arbeit bei der Post

Inhaber Dieter Reger, der sich selbst als „nicht auf die Politik beschränkten Individual-Anarchisten“ bezeichnet, ist so unkonventionell, wie seine Galerie. „Die Kunst macht mir einfach Spaß“, sagt er, der sich der Herstellung von Collagen verschrieben hat und allerlei Lesungen veranstaltet. Leben kann er von der Kunst leider nicht, gibt er unumwunden zu. Sein täglich Brot verdient er daher bei der Post.


Laurentiu Feller ist zufrieden: Seine Galerie läuft zum Glück gut.
Laurentiu Feller ist zufrieden: Seine Galerie läuft zum Glück gut.
Foto: Eduard Weigert
Laurentiu Feller ist zufrieden: Seine Galerie läuft zum Glück gut.
Laurentiu Feller ist zufrieden: Seine Galerie läuft zum Glück gut.
Foto: Eduard Weigert

Nur etwa zwei Prozent aller Künstler können mit ihren Werken den Lebensunterhalt bestreiten. Laurentiu Feller gehört dazu und freut sich, dass es so gut läuft. „Viele Kreative müssen kämpfen und gehen hauptberuflich einem normalen Broterwerb nach.“

Auch Michael Paulutz, der bunt bemalte Regenschirme am Petra-Kelly-Platz in die Bäume hängt und sich mit öffentlichen Kunstprojekten allmählich einen Namen macht, ist auf seine Jobs angewiesen. „Um meine Miete zuverlässig zu verdienen, arbeite ich im Supermarkt“, scherzt der Architekturstudent, der auch fotografiert und CD-Cover kreiert. Ob ihn seine Kreativität jemals wird ernähren können, stehe in den Sternen, philosophiert er.


Anders die junge Künstlerin Jacklin, die schon weit mit ihren „Kunstschlachten“ (viele Menschen machen spontan Kunst, erklärt sie) herumgekommen ist und nach eigener Aussage ohne Nebenjob auskommt. In der Gostenhofer Hauptstraße verkleidet sie zusammen mit Nicole, einer Grafik-Design-Studentin, und Matthias, der noch zur Schule geht, eine Säule mit Karton und will darauf die Menschen, die vorbeikommen, mit Acrylfarben porträtieren. „Ich möchte aber noch an der Kunstakademie studieren“, verrät sie. Die Akademie der Bildenden Künste hat Kerstin Schmitt, die ihre Bilder derzeit in der BBK-Galerie in der Hirtengasse ausstellt, bereits erfolgreich abgeschlossen. Obwohl sie in der mittelfränkischen Kunstszene etabliert ist, kann sie auf ihren Zuverdienst als Kunsterzieherin an einem musischen Gymnasium nicht verzichten: „Aber auch die Arbeit mit den Schülern macht mir großen Spaß.“


Von 14 bis 18 Uhr sind die Galerien am Sonntag noch geöffnet. Unter www.gogata.de sind die Ausstellungsräume aufgeführt. 

SABINE BECK


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